Cyberangriff

Luxemburger Patientendaten geklaut? BMS Engineering dementiert Datenverlust

Eine Firma, die Softwarelösungen für luxemburgische Arztpraxen bereitstellt, ist zum Ziel eines Cyberangriffs geworden. Die Details sind unklar, aber laut dem Unternehmen soll der Vorfall nur halb so schlimm gewesen sein.

Unbekannte haben versucht, sich Zugriff auf die Cloud von BMS Engineering zu verschaffen

Unbekannte haben versucht, sich Zugriff auf die Cloud von BMS Engineering zu verschaffen Symbolbild: Philip Dulian/dpa

Der luxemburgische IT-Dienstleister BMS Engineering wurde am 22. August Opfer eines massiven Cyberangriffs. Das Unternehmen hostet die Daten der weit verbreiteten Praxisverwaltungssoftware „eMed“ in seiner Cloud und ist somit Dienstleister von zahlreichen Arztpraxen. 40 dieser Praxen seien von dem Cyberangriff betroffen und hätten zeitweise nicht auf Daten zugreifen können, wie das Unternehmen heute in einer Pressemitteilung behauptet.

Betroffen war nach Angaben des Unternehmens ausschließlich der Cloud-Teil der Infrastruktur. Die Web-Anwendungen für die Digitalisierung im Gesundheitswesen (u.a. „Paiement immédiat direct“) seien nicht direkt kompromittiert worden, hätten aber wegen der Cloud-Störung zeitweise nicht funktioniert.

BMS Engineering widerspricht damit anderslautenden Medienberichten. Unter anderem das Online-Magazin reporter.lu hatte exklusiv berichtet, dass mindestens 80 Arztpraxen betroffen seien und es zu Datenverlusten gekommen sei. Auch seien die betroffenen Kunden erst am 30. August informiert worden. BMS Engineering besteht indes darauf, dass es „keine Hinweise auf Datenabfluss“ gebe. Dies hätten auch externe IT-Experten bestätigt.

Das Unternehmen hat den Vorfall der Polizei und der nationalen Datenschutzkommission CNPD gemeldet und arbeitet laut eigener Aussage zwecks Aufklärung mit den Behörden zusammen. Details zu einer etwaigen Datenverschlüsselung und Lösegeldforderungen wurden nicht bekannt gegeben. (hat)

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