Gutachten

„Können wir die Bevölkerung ins offene Messer laufen lassen?“ – Schockmel sieht Impfpflicht ab 50 als einzige Lösung

Welche Alternativen zur Impfpflicht gibt es? Nichts tun und hoffen, dass die für den Herbst erwartete Infektionswelle problemlos über Luxemburg hinwegzieht oder aber präventiv handeln und eine Impfpflicht für die gefährdetste Altersgruppe, all jene Menschen ab 50, einführen. Das Luxemburger Expertengremium, darunter der Infektiologe Gérard Schockmel und der Virologe Claude Muller, spricht sich explizit für Zweiteres aus und verweist dabei auf die harten Fakten.

Das Luxemburger Expertengremium rät der Regierung, präventiv zu handeln und sich so auf die nächste Corona-Welle vorzubereiten

Das Luxemburger Expertengremium rät der Regierung, präventiv zu handeln und sich so auf die nächste Corona-Welle vorzubereiten Fotos: Editpress/Fabrizio Pizzolante / Montage: Editpress/Anjuli Mertz

Impfpflicht ab 50: Dafür hat sich das fünfköpfige Luxemburger Expertengremium in seinem lang erwarteten Bericht ausgesprochen. Auf knapp 70 Seiten legen die Experten Daten zur Impfrate, Modellierungen und Berechnungen zu möglichen Pandemie-Szenarien im Herbst vor. Sowohl ausländische Studien als auch Daten zu Luxemburg sind in das Empfehlungsschreiben eingeflossen. Im Endeffekt seien die ganzen Simulationen und Szenarien aber nicht einmal notwendig, um den Ernst der Lage zu verdeutlichen, meint der Infektiologe Gérard Schockmel, einer der Verfasser des Berichts. Das Hauptziel sei immer noch, eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. Dabei verweist er auf eine Textstelle, die auf Phase 3 des nationalen Krankenhausplans eingeht. Demnach werde ein kritisches Level erreicht, sobald 38 Betten auf den Intensivstationen und 138 auf den Normalstationen mit Covid-Patienten belegt sind und dadurch andere medizinische Eingriffe zurückgeschraubt werden müssen.

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