Wolt
Kein Phasing-out: Treffen zwischen Wolt und Gewerkschaften bleibt ergebnislos
Die Gewerkschaftsunion OGBL-LCGB hat sich am Mittwochnachmittag mit Vertretern des Lieferservice-Anbieters Wolt getroffen. Ohne Erfolg: Ein nächstes Treffen steht aus, von illegalen Praktiken durch Unterhändler will das Unternehmen nichts gewusst haben.
Wolt-Lieferfahrer gelten als „faux indépendants“ Foto: Editpress/Alain Rischard
Das Treffen zwischen Vertretern der Lieferplattform Wolt und den Gewerkschaftsvertretern des OGBL und LCGB ist laut Aussagen von David Angel (OGBL) ergebnislos geblieben. Das Treffen in Differdingen in den Räumlichkeiten von RH Experts, die Wolt in der Causa vertreten, dauerte fast anderthalb Stunden, bevor die Gewerkschaftsvertreter in Begleitung einiger Lieferfahrer die Büros wieder verließen. Und das, ohne ein konkretes Verhandlungsergebnis erzielt zu haben. „Sie haben uns auf keine unserer Fragen Antworten geliefert, sind auf keine unserer Forderungen eingegangen“, sagt OGBL-Gewerkschafter David Angel im Anschluss. Ähnlich sieht es auch Paul Glouchitski vom LCGB, der davon spricht, dass man sich weitere gewerkschaftliche Aktionen vorenthalte. Nur eines stellten die Wolt-Vertreter klar: Das in der Presse vermeldete Phasing-out von Scheinangestellten sei falsch, eine solche Absicht habe das Unternehmen nie vermeldet.
Wolt-Lieferfahrer gelten als „faux indépendants“. Trotz eines Arbeitsverhältnisses (mit einem Subunternehmen von Wolt) gelten sie nicht als Angestellte und haben dementsprechend weniger Rechte und kein reguläres Einkommen. Stattdessen werden die Lieferfahrer pro Fahrt bezahlt. Vor einem Jahr reduzierte Wolt jedoch die ausgezahlten Lieferprämien, weswegen einige Lieferfahrer vor fast drei Wochen gestreikt haben.