Einwanderung

ASTI fordert die Legalisierung von Menschen ohne Papiere in Luxemburg

In Luxemburg leben viele Menschen ohne gültigen Aufenthaltstitel, die trotzdem hier arbeiten und Steuern zahlen. Die ASTI fordert, diese Menschen unkompliziert zu legalisieren.

Porträt von Sergio Ferreira, Präsident der ASTI, in formeller Kleidung vor neutralem Hintergrund

Sergio Ferreira ist Präsident der ASTI Foto: Editpress/Didier Sylvestre

Die ASTI („Association de soutien aux travailleurs immigrés“) hat am 29. Juni auf ihrer Generalversammlung eine Resolution verabschiedet. Darin fordert sie eine „gerechte, menschliche und realistische“ Regularisierung von Menschen, die ohne gültigen Aufenthaltstitel in Luxemburg leben. Will heißen: Ein rascher und legaler Weg zu einer Aufenthaltsgenehmigung.

Diese Menschen arbeiten in Luxemburg, zahlen oft Steuern und Sozialabgaben und schicken ihre Kinder zur Schule. In der öffentlichen Debatte kämen sie aber kaum vor, kritisiert die ASTI. Sie seien keine Bedrohung und keine Last. Das Fehlen von Rechten und die bürokratischen Hürden machten sie verletzlich.

Regularisierung statt Abschreckung

Die ASTI verlangt zwei Dinge: Kurzfristig soll es eine einmalige Regularisierungskampagne geben – mit klaren und einfach zugänglichen Kriterien. Langfristig soll ein dauerhaftes Gesetz folgen. Wer regularisiert wird, soll sich dann etwa nach Aufenthaltsdauer, Integration, Schulbesuch der Kinder, Familie und Arbeit richten.

Eine reine Abschreckungspolitik habe nie funktioniert, so die ASTI. Sie verschärfe nur die Not der Betroffenen. Eine Regularisierung helfe dagegen auch gegen Ausbeutung, Schwarzarbeit und Lohndumping.

Andere EU-Länder seien bereits diesen Weg gegangen. Das aktuellste Beispiel ist Spanien. Dort endete am 30. Juni die Frist für eine große, einmalige Legalisierung, die die Linksregierung im Januar beschlossen hatte. Mehr als eine Million Menschen stellten einen Antrag. Über eine halbe Million dürften am Ende profitieren. Bedingung: Man musste vor dem 31. Dezember 2025 eingereist sein, seit mindestens fünf Monaten im Land leben und durfte nicht vorbestraft sein.

Der Grund ist auch wirtschaftlich: Spanien benötigt jedes Jahr Hunderttausende Zuwanderer, um Wirtschaft und Sozialsystem stabil zu halten – eine Situation, die Luxemburg nicht gänzlich unbekannt sein dürfte. Auch Frankreich, Italien und Belgien haben dies früher schon legalisiert.

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