Brüste als Barriere

Wenn Scham Leben kostet: Warum Frauen im Notfall benachteiligt sind

Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Sekunde. Doch ausgerechnet der weibliche Brustbereich kann Ersthelfer zögern lassen – mit Folgen für die Überlebenschancen von Frauen.

Teilnehmer üben Erste Hilfe an geschlechtsneutralen Trainingspuppen im CGDIS Kurs für Notfallmaßnahmen

In den Erste-Hilfe-Kursen des CGDIS üben die Teilnehmer an geschlechtsneutralen Trainingspuppen Symbolfoto: Magnific/stefamerpik

Haben Sie schon einmal eine bewusstlose Fremde an den Brüsten gefasst? Nein? Es gibt Momente, da sollten Sie das. Denn: Was befremdlich klingt, beschäftigt inzwischen auch die Forschung. Und es geht um nichts weniger als Menschenleben. Frauen erhalten im Ernstfall schlechtere Wiederbelebungsmaßnahmen als Männer. Werden sie in der Öffentlichkeit Opfer eines Herz-Kreislauf-Stillstands, werden sie seltener reanimiert – und haben daher geringere Überlebenschancen. Das zeigt eine Untersuchung der Medizinischen Universität Innsbruck – und bestätigt damit die Ergebnisse einer US-amerikanischen Studie, die eine um 14 Prozent geringere Reanimationschance bei Frauen ermittelte, wie aus einer Pressemitteilung der Universität vom März hervorgeht.

Hemmungen bei weiblichen Patienten

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