Wartegeld für Abgeordnetenmandat

Georges Mischo wird der Form halber zum Ersten Regierungsrat ernannt

Um ihm bis zu den nächsten Wahlen ein Wartegeld in der Abgeordnetenkammer zu sichern, hat Premier Luc Frieden den aus der Regierung ausgeschiedenen Arbeits- und Sportminister Georges Mischo zum Ersten Regierungsrat ernannt. Dieses Amt antreten wird der langjährige Sportlehrer jedoch nicht.

Georges Mischo bei der Vereidigung im Parlament am 20. Januar, politische Amtseinführung, offizielles Ereignis

Georges Mischo bei seiner Vereidigung im Parlament am 20. Januar Foto: Editpress

Der frühere CSV-Arbeits- und Sportminister und neue Abgeordnete Georges Mischo wurde nach seinem Rücktritt aus der Regierung und einen Tag vor seiner Vereidigung im Parlament (am 19. Januar) von CSV-Premier Luc Frieden für eine vorläufige Dauer von sieben Jahren zum „Premier conseiller de gouvernement“ ernannt. Der entsprechende „Acte“ wurde am Montag im Memorial veröffentlicht.

Für einen Minister arbeiten wird Georges Mischo indes nicht, mit seiner Vereidigung im Parlament am 20. Januar wurde er automatisch wieder vom Amt des Ersten Regierungsrats entbunden, weil es mit dem Abgeordnetenmandat gesetzlich unvereinbar ist. Die Ernennung dient lediglich dazu, ihm bis zu den nächsten Wahlen ein Wartegeld („traitement d’attente“) zu sichern, das Abgeordneten, die hauptberuflich im Staatsdienst tätig sind, zusteht. Das Abgeordnetenmandat ist auf 20 Stunden pro Wochen begrenzt, Privatangestellte erhalten als Entschädigung 20 Stunden „Congé politique“, Freiberufler und Rentner eine pauschale Zeitvergütung in Höhe des doppelten Mindestlohns.

Zwei Drittel

Als er im November 2023 als Minister vereidigt wurde, musste Georges Mischo von seinem Posten als Sportlehrer demissionieren. Nach seinem Ausscheiden aus der Regierung stand ihm als ehemaliger Minister ein zweijähriges Wartegeld in Höhe von 8.550 Euro zu. Mit seiner Vereidigung im Parlament ist dieses Anrecht jedoch verfallen.

Das „Traitement d’attente“ beläuft sich auf zwei Drittel des eigentlichen Gehalts. Zusätzlich zu seiner monatlichen Entschädigung in Höhe von 9.150 Euro (davon die Hälfte steuerfrei) als Parlamentarier sowie Präsenzjetons für die Teilnahme an Ausschuss- und öffentlichen Sitzungen dürfte Georges Mischo bis zu den nächsten Kammerwahlen demnach ein Wartegeld in Höhe von 9.500 bis 10.000 Euro brutto zustehen.

Dass ehemalige Minister, die vor ihrem Eintritt in die Regierung im öffentlichen Dienst tätig waren, als Erster Regierungsrat vereidigt werden, wenn sie ins Parlament zurückkehren, ist nicht neu. In der Regel passiert das nach ehrenhaften Entlassungen infolge von Regierungswechseln. Georges Engel, Paulette Lenert und Joëlle Welfring durchliefen diese Prozedur im November 2023, als LSAP und Grüne in die Opposition mussten. Genau wie Claude Wiseler und Octavie Modert 2013, als DP, LSAP und Grüne eine Koalition ohne die CSV bildeten.

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5 Kommentare
Luxmann 27.01.202620:04 Uhr

An der quelle sitzt der knabe.
Bei solchen tricks gibt es keine opposition...da sind sich alle parteien einig .

Otto 27.01.202620:03 Uhr

Vetternwirtschaft,Korruption udgl. das ist die heutige Politik,
nur Dreck am Stecken,den Bürger betrügen und für dumm halten,
egal welche Parteien,die eigenen Taschen füllen, da sind alle einig.
Es stinkt bis zum Himmel. Ekelhaft.

Guy Mathey 27.01.202618:38 Uhr

Die schlechte Nachicht: Die Höhe des "Wartegehalts", welches der völlig kompetenzfreie Georges Mischo erhält, ist ein Schlag ins Gesicht aller arbeitenden Menschen, insbesondere jedoch für Niedriglohnempfänger*innen. Die Entscheidung spiegelt einmal mehr die arbeitnehmerverachtende Grundgesinnung der CEO-Regierung wieder.
Die gute Nachicht: Georges Mischo wird keinen Minister beraten.

Yves ALTWIES 27.01.202618:16 Uhr

"In der Regel passiert das nach ehrenhaften Entlassungen infolge von Regierungswechseln"

Hoffentlich werden die Waehler diesem in Krisenzeiten, unverfrorenen, Postengeschachere auf Kosten des Steuerzahlers, den verdienten Denkzettel verpassen. Eine bodenlose Frechheit !

Manfred Reinertz Barriera 27.01.202617:35 Uhr

Man gönn't sich ja somst nichts und die Politiker sorgen immer für ihre Kaste

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