Editorial

Solche Lëtzebuerger Musekspräisser braucht kein Mensch

Vier Jahre, drei Ausgaben, immer dieselben Namen: Die Shortlist der Lëtzebuerger Musekspräisser läuft Gefahr, zur Reprise zu werden. Eine Reform oder die Abschaffung der Preise drängt sich auf.

Die Lëtzebuerger Musekspräisser werden seit 2022 alle zwei Jahre verliehen, bringen aber schon jetzt kaum mehr neue Kandidat*innen hervor

Die Lëtzebuerger Musekspräisser werden seit 2022 alle zwei Jahre verliehen, bringen aber schon jetzt kaum mehr neue Kandidat*innen hervor Foto: Foqus

Luxemburgs Musikwelt hat ein Problem. Nicht mit mangelndem Talent, nicht mit fehlender Förderung, sondern mit den Lëtzebuerger Musekspräisser. Die wirken nach gerade mal drei Ausgaben schon jetzt wie eine Wiederholung.

Wer die Shortlist 2026 durchgeht, erlebt ein Déjà-vu. Mehr als die Hälfte der 35 Kandidat*innen stand bereits in den Vorjahren zur Wahl, fünf haben den Preis sogar schon gewonnen. Der Hammer: In den Kategorien „Op der Bün – Musiques amplifiées“ und „Hannert der Bün“ waren alle Nominierten bereits in unterschiedlichen Bereichen im Rennen für die Lëtzebuerger Musekspräisser. Dabei existieren die Preise erst seit 2022 und werden nur alle zwei Jahre verliehen. Das stellt sowohl ihre Form als auch ihre Daseinsberechtigung infrage.

Keine Entwicklung sichtbar

Jahrelang wurde die Luxemburger Musikszene mit öffentlichen Geldern aufgebaut. „Kultur | lx“ fördert internationale Auftritte, es gibt zahlreiche Initiativen der Kulturhäuser, Labels und Netzwerke. Die Branche wirkt professioneller und vielseitiger denn je. Zumindest auf dem Papier.

Entweder der Preis ist schlecht konzipiert oder Luxemburg einfach zu klein für ein Grammy-Imitat

Auf der Shortlist scheint von diesen Bemühungen erstaunlich wenig anzukommen. Wenn dieselben Personen alle zwei Jahre wieder nominiert werden, ist der Preis entweder schlecht konzipiert oder Luxemburg einfach zu klein für ein Grammy‑Imitat. Beides signalisiert Handlungsbedarf.

Pausieren oder abschaffen

Natürlich gibt es erfolgreiche Musikschaffende, die wiederholt ausgezeichnet werden könnten. Talent und Engagement verschwinden in der Regel nicht von heute auf morgen. Doch die Musekspräisser sollten nicht nur Erfolge bestätigen, sondern auch neue Namen hervorheben und Entwicklungen der Branche sichtbar machen.

Eine mögliche Lösung: Wer nominiert wurde, pausiert eine Ausgabe – und wer gewonnen hat, erst recht. Auch wenn die Personen von den Nominator*innen, deren Nennungen die Shortlist bestimmen, mehrfach erwähnt werden. Sollte das Gegenargument lauten, dass auf diese Weise nicht genug Namen zusammenkommen, ist das Problem ein ganz anderes.

Statt krampfhaft zu versuchen, mit dem Ausland mitzuhalten, könnte das Kulturministerium kleiner denken

Und dem könnte man mit der Abschaffung des jetzigen Formats entgegenwirken. Luxemburg hat keinen Musikmarkt mit Millionenpublikum und Tausenden exportfähigen Acts. Das ist keine Schwäche, sondern eine Realität. Statt krampfhaft zu versuchen, mit dem Ausland mitzuhalten, könnte das Kulturministerium kleiner denken. Vielleicht reichen in Luxemburg ein Preis für das Lebenswerk oder für außergewöhnliches Engagement sowie ein Nachwuchspreis für diejenigen, die ihre erste EP herausgebracht haben, vollkommen aus.

Sollten die Musekspräisser aber weiterhin dafür sorgen, immer dieselben Künstler*innen zu feiern, drängen sich andere grundlegende Fragen auf: Geht es wirklich um die Würdigung der nationalen Musikszene? Oder doch nur darum, jeder Kulturbranche ihre glamouröse Gala mit Applaus und Preisregen zu ermöglichen?

1 Kommentare
Macpin 06.11.202607:18 Uhr

Alles bölegen primitiven Fripchen, kascht onnötz Suen......

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