Kommentar

CSV auf Abwegen: „Mais où est donc passée la septième compagnie?“

Frank Engel hat mit seinem Vorstoß im Online-Magazin Reporter einen parteiinternen Stellungskrieg ausgelöst. Nach dem öffentlich ausgetragenen Scharmützel muss sich die CSV neu finden. „Groupir, ça veut dire ensemble?“

Frank Engel, ein Präsident ohne Rückhalt in seiner eigenen Partei

Frank Engel, ein Präsident ohne Rückhalt in seiner eigenen Partei Foto: Editpress/Alain Rischard

Kurz und knapp, aber umso deutlicher: „Wir (die CSV) sagen Nein zur Einführung der Vermögenssteuer für Privatpersonen. Eine Erbschaftssteuer in direkter Linie ist für die CSV kein Thema.“ So wurde dem CSV-Parteipräsidenten Frank Engel kurzerhand der Boden unter den Füßen weggezogen. – „Oups, j’ai glissé, Chef!“

Von wegen, ein Versehen war das sicherlich nicht. Der Richtungsstreit innerhalb der CSV hatte sich schon beim vergangenen Parteikongress angedeutet. Knappe 54 Prozent erhielt der damalige Europaabgeordnete Frank Engel. Die CSV-Fraktion im Parlament stand mehrheitlich hinter ihrem damaligen Kollegen Serge Wilmes – und die Vorbehalte hielten auch nach der Wahl noch an. Die CSV-Fraktion gab Frank Engel deutlich zu verstehen: „De ce côté-ci, Chef, les Allemands ont l’air plus gentil que de ce côté-là.“

Das ist mittlerweile mehr als ein Jahr her, doch die Kritik wurde nicht leiser, eine einheitliche Linie der CSV sucht man noch heute vergebens. Dabei ist es doch eigentlich gar nicht so schwer: „Le fil rouge sur le bouton rouge, le fil vert sur le bouton vert.“

Möglichkeiten, das eigene politische Profil zu schärfen, gab es zur Genüge. Stattdessen werden richtungsweisende Diskussionen – die es eigentlich verdienen, dass man sich mit ihnen konstruktiv auseinandersetzt – in parteiinterne Grabenkämpfe verwandelt, die dann an der Öffentlichkeit ausgetragen werden. „Si j’connaissais l’con qui a fait sauter l’pont ...“

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