Editorial
Viel Lärm um nichts – außer Steuergeldern für Unternehmen
Arbeitsminister Spautz und Wirtschaftsminister Delles rufen am Freitag extrem kurzfristig eine Pressekonferenz ein und verkünden: eigentlich nichts. Wie die Debatte um den Mindestlohn zum Polit-Theater verkommt.
Zwei Meister der politischen Inszenierung: Arbeitsminister Marc Spautz (r.) und Wirtschaftsminister Lex Delles (hinten) Foto: Editpress/Hervé Montaigu
Die Mail kam am Freitagnachmittag, 12.46 Uhr. „URGENT: Invitation à un point de presse“. Arbeitsminister Spautz und Wirtschaftsminister Delles wollen sich dringend äußern, um Viertel nach eins, im Staatsministerium. Keine halbe Stunde, um von Belval zur place de Clairefontaine zu kommen? Nahezu unmöglich für das Tageblatt.
Gespannt muss man also vor der Live-Schalte der RTL-Kollegen warten. Welche große Entscheidung kommt da auf uns zu? Welchen unerwarteten Durchbruch gab es, dass die Regierung innerhalb von 30 Minuten die Medien des Landes zusammentrommeln muss? Dass es um den Mindestlohn gehen würde, das war so ziemlich gesetzt. Mit den Namen Spautz (CSV) und Delles (DP), frisch aus dem letzten Regierungsrat vor den Ferien und nach den Ereignissen dieser Woche.