Editorial

Bei den Wärmepumpen hinkt Luxemburg seinen eigenen Zielen weit hinterher

Am Mittwoch wird das Parlament ein neues Klimabonus-Regime und ein Gesetz zur Einführung regelmäßiger Inspektionen für Wärmepumpen verabschieden. Doch zur flächendeckenden Implementierung der Schlüsseltechnologie der Energiewende fehlt es an einer kohärenten Strategie.

CSV-Umweltminister Serge Wilmes gibt dem Staatsrat die Schuld an der Verzögerung des Gesetzentwurfs zu den Klimabonus-Subventionen

CSV-Umweltminister Serge Wilmes gibt dem Staatsrat die Schuld an der Verzögerung des Gesetzentwurfs zu den Klimabonus-Subventionen Foto: Editpress/Georges Noesen

Der „Service de contrôle et de réception du bâtiment“ (SCRB) der Handwerkerkammer habe „um Terrain“ entdeckt, „datt op ville Plazen déi Wäermepompelen net déi richteg sinn“, erzählte CSV-Umweltminister Serge Wilmes am 1. Juli in einer Sitzung des parlamentarischen Umweltausschusses. Manche seien „vill ze vill grouss“, andere „carrément einfach falsch installéiert ginn op Plazen, wou se net däerfen, wou se och net richteg fonktionéieren“. Von allen Abnahmen, die der SCRB in den vergangenen Monaten durchgeführt hat, sei ein Drittel „net konform“, berichtete die stellvertretende Direktorin der Umweltverwaltung: „Dat ass awer schon eng relativ grouss Zuel, fannen ech.“

Dass der SCRB Wärmepumpen abnimmt, wie er es mit fossilen Heizungen schon seit 1979 tut, ist erst seit dem 19. September Pflicht. Am (heutigen) Mittwoch soll das Parlament einen Gesetzentwurf annehmen, der vorschreibt, dass Wärmepumpen auch in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden müssen.

Wärmepumpen gelten als Schlüsseltechnologie der Energietransition. Damit Luxemburg bis 2050 Klimaneutralität erreichen kann, sieht der 2024 von der CSV-DP-Regierung aktualisierte Nationale Klimaplan (PNEC) vor, dass die thermische Produktion durch Wärmepumpen in diesem Jahr 824 Gigawattstunden (GWh) erreicht. Laut den letzten verfügbaren Zahlen des Statec waren es 2024 lediglich 75 GWh. Luxemburg hinkt seinen eigenen Zielen weit hinterher. Das 2020 eingeführte Klimabonus-Regime für den Austausch von Gas- oder Masut-Heizungen durch Wärmepumpen in bestehenden Wohngebäuden hat wenig Wirkung gezeigt. 4.400 Anträge zur staatlichen Bezuschussung in Höhe von insgesamt 31 Millionen Euro wurden seitdem gestellt. Nach einem Anstieg 2023 und 2024 (infolge des Ukraine-Krieges) ist die Zahl der Anträge 2025 wieder gesunken. Schätzungen des Statec zufolge gibt es derzeit etwas mehr als 20.000 Wärmepumpen in Luxemburg.

Weil das Klimabonus-Regime Ende Dezember auslief, kann die Umweltverwaltung seit über sieben Monaten keine Hilfen mehr auszahlen. Wilmes hatte Mitte Juli 2025 einen Gesetzentwurf zur Verlängerung der Subventionen hinterlegt, der ebenfalls am Mittwoch zur Abstimmung steht. Im Mai gab der Minister die Schuld für die Verzögerung dem Staatsrat, der sein (erstes) Gutachten im Januar veröffentlichte. Bei der Tripartite im Juni übernahmen Regierung und Sozialpartner einen Änderungsantrag der Grünen und erhöhten die Subventionen für den Zeitraum vom 1. Januar 2026 (rückwirkend) bis 30. Juni 2027 um 2.000 Euro.

Im Mai legte Wilmes anhand von Beispielen dar, dass die Zuschüsse für Wärmepumpen in den nächsten fünf Jahren höher sein werden als in der Vergangenheit. Chambre des Salariés (CSL), LSAP und Grüne bemängeln jedoch, dass kleinere (und effizientere) Wärmepumpen vergleichsweise stärker bezuschusst werden als größere mit hoher Leistung. Bestimmte Häuser erfordern leistungsstärkere Anlagen, insbesondere ältere, die schlecht isoliert sind. Die Installation von Wärmepumpen in bestehenden mehrstöckigen Apartmenthäusern ist zwar technisch möglich, in Luxemburg aber eine Randerscheinung, die mit hohem Aufwand verbunden ist und voraussetzt, dass sich (viele) unterschiedliche Eigentümer über die Umsetzung einig werden. Insbesondere im urbanen Raum stellt sich bei Luftwärmepumpen zudem häufig die Frage nach dem Standort für die Außenanlage. Die Betriebsanforderungen können je nach Hersteller, Vorgaben für Schallschutz und „Ästhetik“ je nach Gemeinde variieren. Letztere sollen mit dem am Freitag von CSV-Innenminister Léon Gloden vorgestellten Nationalen Bautenreglement größtenteils vereinheitlicht werden.

Die Versäumnisse der Vergangenheit zeigen, dass es in Luxemburg an einer kohärenten Strategie zur flächendeckenden Implementierung von Wärmepumpen fehlt. Die CSV-DP-Regierung versucht zwar, die Löcher zu stopfen, doch es ist nicht auszuschließen, dass das neue Klimabonus-Regime (trotz „Topup social“) die sozialen Ungleichheiten weiter verstärkt. Das im Klima-Sozialplan angekündigte Sozialleasing für Wärmepumpen wurde bislang nicht umgesetzt, eine Mietobergrenze für Wohnungen mit niedriger Energieklasse ist nicht vorgesehen.

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