Weltkrebstag

Weniger als die Hälfte der Menschen nutzt die kostenlosen Vorsorgeprogramme

Jährlich werden in Luxemburg rund 3.000 neue Krebsdiagnosen gestellt. Zum Weltkrebstag erinnert das Gesundheitsministerium daran, wie entscheidend Prävention und Früherkennung für die Lebensqualität Betroffener sind.

Zwei nationale Krebsvorsorgeprogramme in Luxemburg zur Früherkennung und Prävention von Krebs

In Luxemburg gibt es zwei nationale Programme zur Krebsvorsorge Foto: Editpress-Archiv/Hervé Montaigu

Der vierte Februar steht weltweit im Zeichen der Krebserkrankung. Die Initiative dazu geht auf den Krebsgipfel im Jahr 2000 zurück. Das Gesundheitsministerium erinnert in einer Mitteilung daran, dass Prävention und Früherkennung von entscheidender Bedeutung sind, um die Auswirkungen der Krankheit zu begrenzen und eine bessere Lebensqualität zu fördern.

Die Zahlen aus dem „Registre national du cancer“ (RNC) zeigen, dass in den Jahren zwischen 2014 und 2021 jährlich im Schnitt 3.000 Neuerkrankungen registriert wurden, schreibt das Gesundheitsministerium. Die Hälfte dieser Diagnosen betreffe früh erkennbare Krebsarten, darunter hauptsächlich Brust-, Darm-, und Lungenkrebs.

Für Brust- und Darmkrebs gibt es in Luxemburg derzeit zwei nationale Programme zur Krebsfrüherkennung. Beide basieren auf einem System, bei dem alle bei der luxemburgischen Sozialversicherung gemeldeten, teilnahmeberechtigten Personen zu einer kostenlosen Untersuchung eingeladen werden. Seit 2024 wurde die Alterszielgruppe ausgeweitet und schließt nun Personen im Alter von 45 bis 74 Jahren ein. Die Einladungen sind zwei Jahre lang gültig.

51.920 Frauen erhielten laut Gesundheitsministerium allein im Jahr 2025 eine Einladung zum Mammografie-Programm, wovon 24.183 das Angebot tatsächlich nutzten. Die Untersuchungen ergaben 22.111 unauffällige Ergebnisse sowie 2.072 Befunde, die eine weiterführende Abklärung notwendig machten. Darüber hinaus wurden 91.350 Personen zum Darmkrebs-Früherkennungsprogramm (PDOCCR) eingeladen. Insgesamt nahmen 31.725 Personen teil. In 1.466 Fällen verlangten die Testresultate zusätzliche Überprüfungen.

Weniger Stigmatisierung

Neben der medizinischen Vorsorge rückt zum Weltkrebstag auch der Umgang mit den Betroffenen in den Fokus. Die „Fondation Cancer“ ruft in einem Presseschreiben zu mehr Verständnis auf: „Entgegen weit verbreiteten Vorstellungen zeigen nicht alle Menschen mit Krebs offensichtliche äußere Anzeichen.“ Trotzdem seien manche Therapien sehr belastend, schreibt die Stiftung. Und: „Nach den Behandlungen, wenn sichtbare Zeichen verschwinden und Arzttermine seltener werden, bleiben Schwierigkeiten oft bestehen. In ein sogenanntes ‚normales‘ Leben zurückzufinden, braucht Zeit, Energie und Verständnis.“

Die Leiterin der psychosozialen Abteilung, Martine Ritsch, erklärt dazu: „Auch gut gemeinte Sätze wie ‚Das wird schon‘ oder ‚Das Schlimmste liegt hinter dir‘ können Schmerz und Sorgen herunterspielen.“ Betroffene erwarten demnach weder Mitleid noch eine Extrabehandlung, sondern eine ehrliche Anerkennung dessen, was sie durchmachen, schließt die „Fondation Cancer“.

Einladung verloren, was nun?

Bei Verlust des Einladungsschreibens zu einem der Vorsorgeprogramme kann das Koordinationszentrum telefonisch oder per E-Mail kontaktiert werden, um eine neue Einladung anzufordern:

Centre de coordination des programmes de dépistage des cancers

20, rue de Bitbourg

L-1273 Luxembourg

Telefon: 24 77 55 50

E-Mail: colorectal@ms.etat.lu; mammographie@ms.etat.lu

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