Sommer-Gewitterbilanz

Während unsere Nachbarländer Spitzenwerte melden, zählt Luxemburg nur 517 Blitzeinschläge

Rund um das Großherzogtum tobten in diesem meteorologischen Sommer schwere Unwetter – Luxemburg selbst blieb von den extremsten Blitzserien der Region weitgehend verschont.

Blitze über Belval Plaza und den Hochöfen

Blitze über Belval Plaza und den Hochöfen Foto: Leslie Schmit

Heftige Gewitter zogen diesen Sommer über Westeuropa hinweg und hinterließen große Schäden. In Belgien und Deutschland gab es am 19. August besonders schwere Verwüstungen: In Deutschland wurden an diesem Tag 15 Tornadofälle bestätigt, dazu ein weiterer in Belgien. Luxemburg kam glimpflich davon – wie so oft in diesem Sommer. Das zeigt sich auch in der Blitzdichte. Im Großherzogtum schlugen zwischen dem 1. Juni und dem 31. August insgesamt 517 Erdblitze ein, wie der Blitzortungsdienst Meteorage in seiner Sommerbilanz schreibt.

Europaweit zählte das Messnetz im selben Zeitraum 893.458 Blitzeinschläge. Im Benelux-Raum dominierten vor allem die Nachbarländer das Geschehen: In den Niederlanden registrierten die Sensoren 20.958 Erdblitze – mehr als die Hälfte aller 37.222 Entladungen in der Region –, während Belgien auf 15.747 Blitzeinschläge kam.

Hohe Blitzdichte im Benelux

Trotz der geringeren absoluten Fallzahlen im Vergleich zu südeuropäischen Staaten wie Italien, Frankreich oder Spanien weist der Benelux-Raum eine besonders hohe Konzentration auf. Gemessen an der Blitzdichte – der Anzahl der Erdblitze pro Quadratkilometer und Jahr – erreicht die Region einen Gesamtwert von 2,25.

Im europäischen Vergleich belegen die Niederlande mit einem Wert von 2,39 den dritten und Belgien mit 2,20 den vierten Platz. Beide Länder platzieren sich damit vor Frankreich (2,09) und deutlich vor Deutschland, das auf einen Wert von 1,30 kommt. Luxemburg erreicht lediglich einen Wert von 0,19.

Juni brachte die Entladungen

Während in Südeuropa der August der aktivste Monat war, konzentrierten sich die Einschläge in den Benelux-Ländern fast vollständig auf den Frühsommer: Allein im Juni blitzte es 33.541 Mal – rund 90 Prozent der gesamten Sommeraktivität. Vor allem die zweite Junihälfte brachte eine Serie schwerer Unwetterlagen.

Im Juli folgte ein drastischer Einbruch auf lediglich 412 Blitzeinschläge, bevor die Aktivität im August wieder leicht auf 3.269 Entladungen anstieg.

Während unsere Nachbarländer Spitzenwerte melden, zählt Luxemburg nur 517 Blitzeinschläge

Grafik: Meteorage

Als blitzreichster Tag des gesamten Sommers kristallisierte sich der 27. Juni heraus, an dem Meteorage 10.266 Erdblitze im Benelux-Raum erfasste. Weitere Spitzenwerte markierten der 19. Juni mit 9.165, der 20. Juni mit 5.160 und der 28. Juni mit 4.992 Einschlägen.

Zwar reiht sich das Jahr 2026 laut Wetterexperte Joris Royet von Meteorage nicht unter die elektrisch aktivsten Sommer der vergangenen Jahre ein, die gemessenen Werte lagen jedoch spürbar über jenen des Sommers 2025. Das Messnetz des Anbieters, das seit 1989 in Betrieb ist, erfasst nach eigenen Angaben mehr als 98 Prozent aller Erdblitze mit einer Standortgenauigkeit von rund 100 Metern.

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