Außergewöhnliches Wetterereignis

Vor drei Wochen: Historischer Tornadoausbruch direkt vor Luxemburgs Haustür

Was sich am Abend des 19. August über Belgien und Deutschland abspielte, war kein gewöhnliches Unwetterereignis. Nach aktuellem Stand der Analysen handelt es sich um den stärksten dokumentierten Tornadoausbruch in Deutschland seit Beginn der Aufzeichnungen.

Der Tornado zerstörte ganze Gebäude

Der Tornado zerstörte ganze Gebäude Foto: Julien Warnard/AFP

Der Begriff „Tornado Outbreak“ ist dabei keine mediale Übertreibung, sondern eine klar definierte meteorologische Kategorie: Ein solches Ereignis liegt vor, wenn mindestens fünf Tornados durch dieselbe Wetterlage ausgelöst werden und mindestens einer davon die Intensität IF2 erreicht. Beides war am 19. August zweifelsfrei erfüllt.

Ein ausgedehntes Tief über Nordeuropa sorgte für eine starke Höhenströmung, während die bodennahen Winde vor der Kaltfront auf Südost drehten. Diese Kombination aus unterschiedlichen Windrichtungen und Geschwindigkeiten auf verschiedenen Höhenniveaus nennt man Windscherung, und sie ist die wichtigste Zutat für rotierende Gewitter. An diesem Tag lagen die Werte in einem selbst für Tornadolagen außergewöhnlichen Bereich. Bemerkenswert dabei: Die verfügbare Gewitterenergie, in der Meteorologie als CAPE bezeichnet, war gar nicht besonders hoch. Man spricht von einer sogenannten „High-Shear-Low-Cape-Lage“. Gerade in unseren Breiten sind es häufig genau diese Lagen, die für Tornados verantwortlich sind, weit öfter als die klassischen, energiereichen Superzellenlagen des amerikanischen Mittleren Westens. Die Atmosphäre muss also nicht brodeln, um gefährlich zu sein.

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