Luxemburg
Fast 3.000 Zwischenfälle in einem Jahr – doch brutale Attacken auf Zugpersonal sinken drastisch
2.909 gemeldete Sicherheitsvorfälle in nur einem Jahr: Die Zahlen der CFL erreichen 2025 einen neuen Höchststand. Die Regierung betont jedoch, dass mehr registrierte Fälle nicht automatisch bedeuten, dass Bahnfahren entsprechend unsicherer geworden ist.
Die Zahl der Sicherheitsmeldungen bei der CFL ist deutlich gestiegen Foto: L’essentiel-Archiv/Vincent Lescaut
Die CFL registrierte 2025 insgesamt 2.909 sicherheitsrelevante Vorfälle. Dazu zählen unter anderem Aggressionen gegen Mitarbeiter, Vandalismus und unangemessenes Verhalten. Die Mobilitätsministerin Yuriko Backes (DP), Innenminister Léon Gloden und Justizministerin Elisabeth Margue (beide CSV) nennen diese Zahlen in ihrer gemeinsamen Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des Abgeordneten Tom Weidig (ADR) zur Sicherheit im öffentlichen Verkehr. Sie führen den Anstieg nicht allein auf mehr Zwischenfälle zurück, sondern auch auf höhere Fahrgastzahlen und eine systematischere Erfassung.
Bessere Erfassung beeinflusst die Zahlen
Die CFL meldete 2021 insgesamt 606 Vorfälle. Für 2025 weist die Statistik 2.909 Fälle aus. Die Regierung hält in ihrer Antwort fest, dass „die Zahl von den gemeldeten Zwischenfällen in den vergangenen fünf Jahren nicht zurückgegangen“ sei.
Gleichzeitig verweist die Regierung auf eine stärkere Meldekultur und die Digitalisierung des Meldeprozesses. Die CFL hat ihre Verfahren vereinfacht und vereinheitlicht. Dadurch sei heute eine „systematischere, schnellere und vollständige Meldung“ möglich. Die Statistik belege deshalb nicht automatisch, dass Bahnfahren im gleichen Maß unsicherer geworden ist.
Schwere Angriffe gehen teilweise zurück
Bei schweren Angriffen auf CFL-Mitarbeiter spricht die Regierung von einer „positiven Entwicklung“. Die Zahl der gemeldeten Spuckattacken sank von 23 Fällen im Jahr 2024 auf neun Fälle im Jahr 2025. Körperliche Angriffe mit Verletzungen gingen von acht auf zwei Fälle zurück. Die Regierung sieht darin einen Hinweis darauf, dass Präventions- und Schutzmaßnahmen Wirkung zeigen könnten.
69 Maßnahmen sollen Sicherheit erhöhen
Die CFL will 2026 einen Aktionsplan mit 69 Maßnahmen umsetzen. Das Unternehmen verstärkt die Zusammenarbeit mit Polizei, Zoll und privaten Sicherheitsdiensten und baut technische Sicherheitsmittel wie die Videoüberwachung aus. Laut Regierungsantwort sind jetzt schon täglich rund 30 Sicherheitskräfte in den Zügen im Einsatz und begleiten etwa 15 Prozent aller Verbindungen. Mobile Teams und zusätzliche Kräfte an wichtigen Bahnhöfen ergänzen diese Präsenz.
Die Regierung will den Schutz zudem auf den gesamten öffentlichen Verkehr ausweiten. Der Gesetzentwurf 8335 soll dafür einen einheitlichen rechtlichen Rahmen schaffen und für alle Betreiber gelten. Der aktuelle CFL-Aktionsplan beschränkt sich bislang auf das Eisenbahnnetz. Bei staatlich organisierten Bussen setzt die Regierung zusätzlich auf geschützte Fahrerkabinen: Sechs von zehn Fahrten werden bereits mit entsprechend ausgestatteten Bussen durchgeführt.