AVL/TICE
„Der Respekt vor dem Busfahrer ist definitiv gesunken“
Busfahrer der Stadt Luxemburg werden immer häufiger verbal angegangen. Gewerkschafter sprechen von mangelndem Respekt und wünschen sich eine bessere Prävention. Ein anderer Punkt gibt ebenfalls Anlass zur Kritik.
Passagiere sind nur noch mit sich selbst beschäftigt, den Fahrer nehmen sie nicht mehr wahr – sagt ein Busfahrer Foto: Editpress/Julien Garroy
Ein Busfahrer bei der AVL („Autobus de la Ville de Luxembourg“), der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, sagt: „Busfahrer ist ein Beruf, der nicht mehr respektiert wird.“ Zwar kämen körperliche Angriffe selten vor, doch „das Verbale tut manchmal mehr weh als das Körperliche“. Nach einem Vorfall hätten Busfahrer „die ersten Tage keine Lust, in den Bus zu steigen“ und müssten das Geschehene erst verarbeiten. Am schlimmsten sei es am Wochenende, wenn die Leute betrunken sind. In den letzten Jahren habe die Situation sich verschlechtert, „es ist keine Besserung in Sicht“. Für ihn ist die Lösung klar: den kostenlosen öffentlichen Transport wieder abschaffen. „Als wir noch Tickets verkauften, hatten wir das Sagen im Bus.“ Mittlerweile habe man keine Handhabe mehr, störende Fahrgäste des Busses zu verweisen.
Das Personal im öffentlichen Transport wird immer häufiger Opfer von Gewalt. Insbesondere im Netzwerk der AVL stiegen die Fälle von 35 gemeldeten Aggressionen im Jahr 2023 auf 163 Vorfälle bis Ende 2025. Das geht aus einer Antwort von Mobilitätsministerin Yuriko Backes (DP) auf eine parlamentarische Frage der CSV-Abgeordneten Laurent Mosar und Maurice Bauer hervor. Vor allem die Fälle von Beleidigungen haben sich im angegebenen Zeitraum mehr als vervierfacht. Auffällig ist allerdings, dass beim „Transport intercommunal de personnes dans le canton d’Esch-sur-Alzette“ (TICE) und „Régime général des transports routiers“ (RGTR) die Zahlen zurückgingen.