Acht Tote in zehn Jahren
Zahl der illegalen Gleisüberquerungen in Luxemburg steigt
Trotz tödlicher Gefahren registriert die CFL Hunderte verbotene Gleisüberquerungen in Luxemburgs Bahnhöfen.
Der Bahnübergang in Bartringen Foto: Editpress/Didier Sylvestre
Einmal schnell über das Gleisbett: Immer wieder bringen sich Menschen auf Luxemburgs Bahnnetz in Lebensgefahr. Zwischen 2015 und 2025 kam es zu 13 Unfällen durch unbefugtes Betreten der Gleise – dabei verloren acht Personen ihr Leben und fünf wurden schwer verletzt. Das geht aus einer Antwort von Mobilitätsministerin Yuriko Backes (DP) auf eine parlamentarische Frage der Abgeordneten Yves Cruchten und Claire Delcourt (beide LSAP) am Mittwoch hervor. Sieben der acht tödlichen Unfälle ereigneten sich direkt an oder in unmittelbarer Nähe von Bahnübergängen.
Zunahme der Verstöße
Während die Zahl der Unfälle an Bahnübergängen in den vergangenen Jahren insgesamt zurückging, verzeichnet die CFL einen deutlichen Anstieg der unerlaubten Gleisüberquerungen. Begleitpersonal und Aufsichtsbeamte registrieren die Vorfälle vor allem direkt an den Bahnsteigen, während Lokführer die Verstöße vermehrt auf freier Strecke oder an unbesetzten Haltestellen beobachten, heißt es in der Antwort.
2025 wurden 696 unerlaubte Überquerungen von Schienen gemeldet. Rund die Hälfte entfällt dabei auf nur zehn Bahnhöfe. Den ersten Platz auf dieser Liste teilen sich Rodange und Petingen mit jeweils 50 Fällen. Platz zwei und drei belegen Bettemburg (43) und Luxemburg (39). Danach folgen Wasserbillig (34), Walferdingen (31), Lintgen (26), Differdingen (25), Munsbach (23) und Schieren (22).
Matten, Brücken und Schließungen
Um illegale Überquerungen zu verhindern, testet die CFL am Bahnhof Lintgen für ein Pilotprojekt spezielle Anti-Trespassing-Matten. Zudem wird eine bisher in Colmar-Usines installierte Fußgängerüberführung an einen statistisch ermittelten Gefahrenpunkt verlegt. Parallel dazu läuft die Überprüfung sämtlicher Verbotsschilder an den Bahnhöfen.
Gleichzeitig treibt das Ministerium die Schließung von Bahnübergängen voran. Nachdem die Übergänge in Dommeldingen, Colmar-Berg, Dippach-Gare und am Schléiwenhaff bereits geschlossen wurden, sollen in den kommenden fünf Jahren zehn weitere folgen – darunter vier in Düdelingen sowie in Moutfort, Wecker, Merl, Hüncheringen, Kayl und Differdingen. Damit trotzdem jeder sicher zu Fuß auf die andere Seite kommt, laufen gleichzeitig Arbeiten zur Fertigstellung von Ausgleichsbauwerken sowie zur Anpassung der Unterführungen.