Contournement Bascharage

Sanemer Gemeinderäte kritisieren den Staat: „Vollendete Tatsachen“

Die Gemeinde Sanem hat dem Verkauf eines Gebietes an den Staat zugestimmt. Dieser errichtet für das „Contournement“ bei Bascharage eine Wildtierbrücke. In der Gemeinderatssitzung gab es aber auch kritische Stimmen.

Konzeptzeichnung der umstrittenen Brücke im Bau, umgeben von Natur und geplanten Verkehrswegen

Hier soll die umstrittene Brücke entstehen Foto: Editpress/Didier Sylvestre

Während der Gemeinderatssitzung am Freitag in Sanem kam es zu einer Diskussion über die im Rahmen der Umgehungsstraße Käerjeng geplante Wildtierbrücke. Diese soll Tieren aus dem Naturschutzgebiet „Dreckswiss“ einen sicheren Weg zum Wald gegenüber bieten. Die Kommune hat dazu mit Zustimmung des Schöffenrates für 130 Euro ein Areal von 26 Quadratmetern an den Staat verkauft. Laut Bürgermeisterin Simone Asselborn-Bintz (LSAP) sei die Brücke wichtig, „um Tiere zu schützen“. Mit zwölf Ja-Stimmen segnete der Gemeinderat den Punkt ab. Jedoch enthielten sich mit Myriam Cecchetti („déi Lénk“), Bruno da Silva (Piraten) sowie Mara Schammo (ADR) drei Gemeinderäte von der Opposition, aber auch die zwei LSAP-Mehrheitsvertreter Marco Goelhausen und Marc Haas.

Cecchetti zufolge stelle der Staat die Kommunalverwaltung vor vollendete Tatsachen. So habe der Bau bereits begonnen, obwohl noch Gerichtsprozesse laufen und der Staat noch nicht alle notwendigen Gebiete erworben habe. „Es wird einfach nicht gewartet. Mit dem ersten Gerichtsurteil ist frühestens 2027 zu rechnen.“ Ihre Partei sei zwar nicht gegen das Projekt, das Verhalten des Staates aber „ist in einem Rechtsstaat traurig“.

Laut Marc Haas sei die Wildbrücke unnötig. „Wenn die Umgehung fertig ist, liegt die Wildtierbrücke in einem toten Dreieck – das ergibt überhaupt keinen Sinn.“ Goelhausen erinnerte an die laufenden Gerichtsprozesse, sowohl in Luxemburg als auch auf europäischer Ebene. Das „Contournement“ sei nicht notwendig. Falls Käerjeng eine Umgehung brauche, solle die Gemeinde sie auf ihrem Gebiet bauen und nicht den Wald zerstören. „Ich gebe die Hoffnung bis zuletzt nicht auf, dass eines der Gerichte entscheidet, dass das Vorgehen so nicht gerechtfertigt ist.“ Gegen das Projekt stellt sich auch die Bürgerinitiative BIGS.

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