„Délits de grande vitesse“
Luxemburger Polizei erfasste 859 schwere Tempoverstöße im Jahr 2025
Die Polizei in Luxemburg registrierte im Jahr 2025 insgesamt 859 schwere Geschwindigkeitsverstöße. Fast die Hälfte führte zu einem sofortigen Führerscheinentzug.
440 der im vergangenen Jahr erfassten Raser verloren ihren Führerschein noch an Ort und Stelle Symbolfoto: Editpress/Tania Feller
Insgesamt 859 Fälle von schwerwiegenden Geschwindigkeitsübertretungen („délits de grande vitesse“) hat die Luxemburger Polizei im vergangenen Jahr registriert. Besonders häufig traten sie mit 336 Fällen im Südwesten auf. Es folgen die Gegenden Zentrum-Ost mit 195, Norden mit 170 und schließlich die Hauptstadt mit 158 Fällen. Das geht aus der Antwort von Innenminister Léon Gloden (CSV) auf eine parlamentarische Anfrage der DP-Abgeordneten André Bauler und Gusty Graas vom Montag hervor. In 440 Fällen seien die Verstöße so gravierend gewesen, dass sie einen sofortigen Führerscheinentzug nach sich zogen.
Ein „délit de grande vitesse“ liegt dann vor, wenn ein Fahrer die erlaubte Höchstgeschwindigkeit um mehr als 50 Prozent überschreitet und dabei mindestens 20 km/h schneller fährt als erlaubt. Damit das Vergehen als solches eingestuft wird, muss ein Wiederholungsfall vorliegen – also wenn eine Person innerhalb von drei Jahren nach einem ersten schweren Verstoß erneut eine solche schwere Geschwindigkeitsüberschreitung begeht oder schon einmal dafür verurteilt wurde.
Schon geringfügige Tempoüberschreitungen sind in Luxemburg nicht günstig. Eine kleine Übertretung kostet 49 Euro, bei stärkeren Verstößen gelten 145 Euro und der Abzug von zwei Punkten. Bei schwerwiegenden Geschwindigkeitsüberschreitungen droht im Wiederholungsfall eine Geldstrafe von bis zu 10.000 Euro – und eine Gefängnisstrafe zwischen acht Tagen und drei Jahren. Als schwerwiegend gelten innerorts bereits 25 km/h über dem erlaubten Limit. Auf Landstraßen liegt die Grenze bei 135 km/h statt der erlaubten 90, auf Autobahnen bei 195 km/h.
Tempo bleibt größte Unfallursache
Radargeräte erfassen laut Innenminister Gloden aufgrund der zu erfüllenden Bedingungen keine „délits de grande vitesse“. Auch ob die registrierten Verstöße inner- oder außerhalb von Ortschaften passiert sind, lasse sich nicht feststellen – das System der Polizei liefere dazu keine Daten.
Überhöhte Geschwindigkeit ist die häufigste Unfallursache auf Luxemburgs Straßen. Laut dem jährlichen Verkehrsbericht des Transportministeriums für 2024 sind 27 Prozent der Schwerverletzten und 44 Prozent der Todesopfer darauf zurückzuführen. (les)