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Luxemburg-Stadt
Gemeinde reagiert auf Gaspericher Mobilitätsplan – lokaler Interessenverein vermisst Lösungen für komplexe Probleme
Mehr als 60 Anwohnerinnen und Anwohner aus Gasperich beteiligten sich an der Ausarbeitung eines Mobilitätsplans für ihr Viertel. Rund sieben Monate nach Einreichung des Dokuments trafen sich die Verantwortlichen der Stadt Luxemburg nun mit dem „Interesseveräin Gaasperech“.
Sandra Schmit
17. Januar 202609:28 Uhr
Gemeinsam mit einem weiteren Vorstandsmitglied haben Mélanie Troian (Mitte) und Nico Hoffmann vom „Interesseveräin Gaasperech“ am Donnerstag die Verantwortlichen der Stadt Luxemburg getroffen, um über ihre Ideen für ihr Viertel zu diskutieren Foto: Editpress/Hervé Montaigu
„Wir haben die Bedürfnisse der Leute gebündelt und zusammengefasst, was sich viele wünschen. Das scheint gut bei der Stadt angekommen zu sein“, erzählt Mélanie Troian bei einem Gespräch in einem Café am „Knuedler“. Gleich gegenüber im Rathaus hat sie sich an diesem Donnerstagmorgen gemeinsam mit Nico Hoffmann und einem weiteren Vorstandsmitglied des „Interesseveräin Gaasperech“ mit Verantwortlichen der Stadt Luxemburg getroffen, um über den Mobilitätsplan für Gasperich zu sprechen.
Rund 60 Bürgerinnen und Bürger haben an dem 22 Seiten langen Dokument mitgewirkt, das im Juni vergangenen Jahres an die Gemeinde übermittelt wurde. Nun – rund sieben Monate später – haben sie endlich einen Termin bei der Stadt erhalten. „Wir waren erleichtert“, sagt die Präsidentin des lokalen Interessenvereins, Mélanie Troian, über die Einladung. Denn ihr zufolge war es ein langer Weg bis zu dem Treffen mit Bürgermeisterin Lydie Polfer (DP), Mobilitätsschöffe Patrick Goldschmidt (DP) und den Verantwortlichen verschiedener kommunaler Dienste.
Als Präsidentin des Gaspericher Interessenvereins setzt sich Mélanie Troian dafür ein, dass die Leute aus dem Viertel bei Entscheidungen der Stadt einbezogen werden Foto: Editpress/Hervé Montaigu
In der Regel trifft sich die Stadt nämlich einmal pro Jahr mit den verschiedenen Syndikaten. Nach Angaben des Gaspericher Interessenvereins fielen diese Treffen in den vergangenen zwei Jahren jedoch aus. „Einmal wollten wir grundsätzlich über unsere Rolle sprechen. Lydie Polfer sagte uns aber, sie wolle eine Tagesordnung mit konkreten Punkten und keine Grundsatzdiskussion. Deshalb gab es damals kein Treffen mit dem Schöffenrat“, erzählt Mélanie Troian. Sie steht dem Interessenverein seit rund fünf Jahren vor und gab dafür ihre Rolle als Co-Präsidentin der „Stater Sozialisten“ auf. In einem weiteren Fall, so Troian, wurde auf die von der Gemeinde organisierten „Apéri‘tours“ als Möglichkeit zum Austausch verwiesen.
Kleine Änderungen kommen
Nach dem Treffen zeigen sich Mélanie Troian und Nico Hoffmann am Donnerstag weitgehend zufrieden. Vorstandsmitglied Nico Hoffmann spricht von einer „positiven Grundstimmung“ im Gespräch. Beide begrüßen, dass die Stadt kleinere Vorschläge aus dem lokalen Mobilitätsplan kurzfristig umsetzen will. So soll etwa in der Gaspericher rue Stas – die häufig von Kindern auf dem Weg zum Sporttraining genutzt wird – ein Gehweg entstehen. „Dort hört der Bürgersteig an einer Stelle einfach auf. Uns wurde jetzt gesagt, dass bald ein Gehweg hinkommt. Bislang hatte bei der Stadt offenbar noch keiner bemerkt, dass der Bürgersteig dort endet“, sagt Nico Hoffmann schmunzelnd.
Vorstandsmitglied Nico Hoffmann fürchtet, dass bis zu entscheidenden Veränderungen Jahre vergehen Foto: Editpress/Hervé Montaigu
Auf diesen Mangel hatten die Leute aus Gasperich in ihrem Mobilitätsplan hingewiesen. Ein weiteres „Erfolgserlebnis“ ist laut Mélanie Troian, dass ein von vielen genutzter Schotterweg zu einem ordentlichen Fußgänger- und Radweg ausgebaut werden soll. Zudem kündigten die Gemeindeverantwortlichen als Reaktion auf den lokalen Mobilitätsplan an, an anderer Stelle einen Pfosten um einige Zentimeter zu versetzen, damit auch Personen mit breiteren Lastenrädern den Radweg vor Ort problemlos nutzen können.
Verkehrskreisel bleibt
Mélanie Troian und Nico Hoffmann freuen sich über die angekündigten Veränderungen. Zugleich kritisieren sie, dass bei dem Treffen keine Lösungen für die großen Probleme präsentiert wurden. So wird ein Verkehrskreisel im Zentrum von Gasperich – anders als von den Leuten aus dem Viertel gefordert – nicht verschwinden. Sie hatten sich stattdessen eine Kreuzung gewünscht, die aus ihrer Sicht mehr Raum für Grün und Platz zum Zusammenkommen lassen würde. „Bislang steht auf dem Platz lediglich eine Bank, die sich im Sommer in der prallen Sonne befindet. Nie sitzt dort jemand“, erzählt Nico Hoffmann. Patrick Goldschmidt habe bei dem Treffen jedoch erklärt, eine Kreuzung sei keine Option; der Kreisverkehr ermögliche den Zugang von Bussen zum Viertel.
Der Mobilitätsplan für Gasperich
Rund anderthalb Jahre arbeiteten der Gaspericher Interessenverein und die Vereinigung „Eis Stad“ mit etwa 60 Anwohnerinnen und Anwohnern an einem Mobilitätsplan für Gasperich. Bei einem Rundgang und einem Workshop im Herbst 2023 sowie zwei weiteren Workshops im Juli 2024 wurden über 200 Vorschläge gesammelt und mit Freiwilligen aus der Nachbarschaft ausgewertet. Die zentralen Anliegen – mehr Verkehrsberuhigung, bessere Infrastruktur für sanfte Mobilität und mehr Orte der Begegnung – wurden auf 22 Seiten zusammengefasst. Ende Mai wurde der Plan öffentlich vorgestellt, konnte Polfer und Co. jedoch nicht offiziell überreicht werden, da sie trotz Einladung nicht anwesend waren. Den lokalen Mobilitätsplan findet man auf der Webseite des Interessenvereins: gasperich.lu
Der Interessenverein kritisiert zudem, dass sich die Stadt bislang nicht mit den komplexeren Problemen befasst hat. „Im Juni haben wir unseren Plan eingereicht, und sie hatten bis jetzt Zeit, sich Vorschläge zu überlegen. Bei einigen Punkten hieß es aber, man werde erst jetzt darüber nachdenken“, sagt Mélanie Troian. Der „Interesseveräin Gaasperech“ will ihrzufolge eine Auge darauf halten, wie es weitergeht: „Wir werden alles festhalten und ein weiteres Treffen in einem halben Jahr anfragen, um zu sehen, wo wir stehen.“ Ob die Stadt dem zustimmt, bleibt offen. Troian und Hoffmann ist bewusst, dass ein langer Atem nötig sein wird. Denn, so Nico Hoffmann: „Das alles riskiert, Jahre zu dauern.“ Für die beiden steht dennoch fest, dass sie sich weiter dafür einsetzen wollen, in die Ausarbeitung von Lösungen für das Viertel eingebunden zu werden.
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