Polizeiwarnung

Betrugsmaschen häufen sich: Kriminelle holen Bankkarten zu Hause ab

Betrüger haben eine Frau in Schrassig getäuscht und ihre Bankkarten samt PIN-Codes abgeholt. Die Polizei warnt vor gefälschten Nachrichten und Hausbesuchen.

Die Polizei warnt ausdrücklich davor, fremden Menschen Bankkarten, persönliche Daten und Wertgegenstände auszuhändigen

Die Polizei warnt ausdrücklich davor, fremden Menschen Bankkarten, persönliche Daten und Wertgegenstände auszuhändigen Symbolfoto: Magnific/nensuria

Die Betrugsversuche im Großherzogtum nehmen kein Ende. Zum dritten Mal innerhalb einer Woche warnt die Polizei am Freitag vor Betrügern. Die Täter geben sich demnach als Mitarbeiter von LuxTrust oder anderen Dienstleistern aus und suchen ihre Opfer an deren Wohnadresse auf.

Betrüger holen Bankkarten persönlich ab

So erhielt etwa eine Frau in Schrassig laut Polizeibericht zunächst eine angebliche E-Mail von LuxTrust. Darin enthalten: ein Link bezüglich der neuen Zahlungsplattform Wero. Nachdem die Betroffene dort ihre Zugangsdaten eingegeben hatte, wurde sie von einem vermeintlichen LuxTrust-Mitarbeiter angerufen. Dieser kündigte an, einen weiteren Mitarbeiter bei der Frau vorbeizuschicken, um ihre Bankkarten abzuholen.

Als dieser tatsächlich gegen 15 Uhr an ihrer Wohnadresse auftauchte, überreichte sie ihm mehrere Bankkarten mitsamt den PIN‑Codes. Erst als der Betrüger der Frau vorschlug, auch ihren Schmuck aufzubewahren, wurde sie misstrauisch und stellte Fragen. Der Täter flüchtete und das Opfer stellte in der Folge mehrere nicht autorisierte Überweisungen fest. Die Polizei erstellte ein Protokoll und leitete Ermittlungen ein.

So können Betroffene sich schützen

Die Polizei warnt ausdrücklich davor, fremden Personen Bankkarten, PIN-Codes, Zugangsdaten, LuxTrust-Codes sowie Wertgegenstände auszuhändigen. Die Behörde betont: Seriöse Dienstleister schicken keine Mitarbeiter zu den Menschen nach Hause.

Wer eine unerwartete Nachricht (E-Mail, SMS, Anrufe) zu Wero, LuxTrust oder seinen Bankkonten erhält, sollte weder Links/QR-Codes öffnen, noch Daten preisgeben oder unbekannte Transaktionen durchführen. Auch verdächtige Telefonate sollten laut Polizei beendet werden. Betroffene sollten ihre Bank oder LuxTrust ausschließlich über offizielle Kontaktdaten kontaktieren.

Wer bereits Opfer einer Betrugsmasche geworden ist, sollte umgehend seine Bank- und Kreditkarten unter der Nummer (+352) 49 10 10 sowie seine Luxtrust-Konvention unter der Nummer +(352) 24 550 550 sperren lassen. Betroffene sollten außerdem ihre Bank kontaktieren, um das Wero-Konto und gegebenenfalls das Bankkonto vorläufig zu sperren sowie eine Rückerstattung für unrechtmäßige Transaktionen zu beantragen.

Mehrere Warnungen innerhalb einer Woche

Bereits am Mittwoch warnte die Polizei vor einer Betrugsmasche mit gefälschten LuxTrust-Links. Die Betrüger kontaktieren dabei ihre Opfer mit unbekannten Telefonnummern. Sie behaupten, jemand habe mit der Bankkarte des Opfers größere Geldsummen abgehoben. In anderen Fällen warnen sie vor angeblichen Cyberbetrug oder Problemen mit dem Bankkonto.

Um das vermeintliche Problem zu lösen, fordern die Täter ihre Opfer dazu auf, ihre Zugangsdaten zu überprüfen. Dazu erhalten sie per SMS einen Link, der sie auf eine gefälschte Luxtrust-Seite führt. Dort sollen sie ihre Luxtrust-Daten eingeben.

Am Montag kam zudem eine Warnung der Polizei, in der es um gefälschte E-Mails von vermeintlichen Justizbehörden ging. In den Nachrichten wird demnach der Eindruck erweckt, dass es sich um eine strafrechtliche Ermittlung handelt. Häufig enthält die E-Mail einen Link, über den ein sogenannter Trojaner-Virus verbreitet wird.

Auch Schüler betroffen

Auch Luxemburger Schüler werden derzeit gezielt von Cyberkriminellen ins Visier genommen. Das Bildungsministerium warnte am Montag vor Phishing-Nachrichten, die sich an Schüler oder ihre Eltern richten. Die E-Mails sind so aufgezogen, dass es für die Empfänger aussieht, als ob sie von den Schulen oder Foyers kämen. Sie enthalten einen Link, der vorgeblich zu einer Sprachnachricht führt. Tatsächlich leitet er auf eine gefälschte Webseite, die der normalen Log-in-Seite gleicht. Hier sollen Benutzer ihren Benutzernamen und ihr Passwort angeben.

Am Donnerstagabend informierte das Ministerium die Luxemburger Lyzeen, dass alle Sekundarschüler aus Sicherheitsgründen ihr IAM-Passwort zurücksetzen müssen. Mehrere Schüler erhielten demnach per E-Mail Links zu einer gefälschten Version der Seite education.lu. Dort wurden sie aufgefordert, ihren Benutzernamen und ihr Passwort einzugeben. Weil die genaue Anzahl an Betroffenen unklar ist, ist es laut Ministerium notwendig, dass alle Schüler ihre Passwörter zurücksetzen. (les)

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