Neue Embraer E195-E2
Betriebsbeschränkungen bei bestimmten Wetterbedingungen: Luxair erklärt Gründe für Flugumkehr
Luxairs brandneue Embraer E195-E2 musste am Montag kurz nach dem Start, Destination Mailand, zurück nach Luxemburg fliegen. Nun teilt die Airline mit, dass für das Flugzeug je nach Wetterbedingungen Einschränkungen gelten.
Für Luxairs Embraer E195-E2 gelten derzeit vorübergehende Betriebsbeschränkungen Symbolfoto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Ein brandneues Luxair-Flugzeug musste am Montagmorgen nach dem Start in Luxemburg zurückkehren. Flug LG6991 auf der Strecke vom Flughafen Findel nach Mailand wurde aus Vorsichtsgründen umgeleitet, wie die Airline auf Nachfrage des Tageblatt bestätigte. Das Besondere: Die betroffene Embraer E195-E2 war erst am vergangenen Samstag offiziell vorgestellt worden. Zu den genauen Gründen für den Vorfall wollte Luxair am Montag jedoch keine Angaben machen.
Nun teilt das Unternehmen mit, dass für die Embraer E2 vorübergehende Betriebsbeschränkungen gelten. Das geht aus der Antwort von Mobilitätsministerin Yuriko Backes (DP) auf eine parlamentarische Anfrage des LSAP-Abgeordneten Yves Cruchten hervor. Die Einschränkungen betreffen Situationen, in denen „Bodenfrostnebel in Verbindung mit extrem eingeschränkter Sicht und niedrigen Temperaturen“ vorhanden ist, schreibt die Ministerin. Ein generelles Flugverbot bestehe jedoch nicht.
Bei Bodenfrostnebel, extrem eingeschränkter Sicht und niedrigen Temperaturen fliegt die Embraer E2 nicht Foto: Luxair
Grund für die Einschränkungen sei ein „technisches Phänomen, das bei bestimmten Pratt & Whitney-Triebwerken festgestellt wurde und unter bestimmten Bedingungen zu unerwünschten Auswirkungen beim Bodenbetrieb führen kann“. Luxair beobachte das Thema laut Ministerin seit dem 12. November 2025 aktiv, nachdem Behörden und Hersteller entsprechende technische Hinweise übermittelt hatten. Die Einschränkungen seien Ende 2025 offiziell bekannt gemacht und in die Betriebsabläufe integriert worden.
Luxair: Einschränkungen vor Embraer-Kauf nicht bekannt
Zum Bestellungszeitpunkt habe die Airline noch nichts von den Einschränkungen gewusst – weder in Zusammenhang mit der Embraer E195-E2 noch mit anderen Flugzeugen mit vergleichbaren Triebwerken. Vor der Einführung der Embraer E2 seien umfassende Analysen durchgeführt worden, die die Eignung des Flugzeugs für einen sicheren Betrieb ab Luxemburg bestätigten. Die Einschränkungen stellten die Kaufentscheidung nicht infrage – sie seien Teil eines „größeren industriellen Kontexts im Zusammenhang mit Pratt&Whitney-Triebwerken“ und beträfen auch andere Flugzeugtypen wie den Airbus A220 sowie Modelle der A320- und A321-Familie.
Negative Auswirkungen auf Luxair gibt es nach Angaben der Ministerin derzeit kaum. Die betrieblichen und finanziellen Folgen seien „begrenzt und beherrschbar“. Das Unternehmen beobachte die Lage laufend und arbeite eng mit Pratt&Whitney sowie Embraer zusammen. Die finanzielle Stabilität sei nicht gefährdet.