HitzeWelle

Bei einem Hitzeschlag braucht es schnelles Eingreifen: So kann man helfen

Temperaturen von bis zu 40 Grad stellen in diesen Tagen eine erhebliche Belastung für den Körper dar. Welche Warnzeichen auf einen Hitze-Notfall hindeuten – und warum Wegsehen strafbar sein kann.

Glas Wasser auf Holztisch bei sonnigem Wetter – wichtiges Trinken bei hohen Temperaturen

Ausreichend trinken ist bei den derzeitigen Temperaturen extrem wichtig. Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Die Hitze hat Luxemburg weiterhin fest im Griff. Gegen Ende der Woche sollen die Temperaturen auf bis zu 40 Grad steigen. Während einige die sommerlichen Bedingungen richtig genießen können, stellt die aktuelle Wetterlage für andere eine erhebliche Gesundheitsgefahr dar. Schnelles Handeln ist dann angesagt.

Auf wen muss ich achten?

Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Säuglinge und Kleinkinder, Obdachlose sowie Personen mit chronischen Erkrankungen oder besonderen Bedürfnissen. Auch Menschen, die körperlich belastende Arbeiten im Freien verrichten oder draußen Sport treiben, zählen zu den besonders vulnerablen Gruppen.

Was tun bei ersten Symptomen?

Wer der Sonne und Hitze zu lange ausgesetzt ist, kann über viele unterschiedliche Symptome klagen. Ob Dehydrierung, Kreislaufprobleme, Hitzeerschöpfung oder Sonnenstich: Wichtig ist zunächst, die betroffene Person aus der Gefahrenzone zu bringen. Das bedeutet in diesem Fall, raus aus der Sonne und Hitze. Kühle, schattige Orte helfen am besten beim Erholen. Ist man in der Öffentlichkeit unterwegs, kann das beispielsweise auch ein klimatisiertes Gebäude sein: Supermärkte, Geschäfte oder Apotheken bieten sich an.

Der betroffenen Person sollte man dann ausreichend zu trinken anbieten. Oft helfen Wasser, Kühle und Ruhe Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Übelkeit und Muskelkrämpfe zu beruhigen.

Was tun, wenn es schlimmer wird?

Besonders gefährlich ist der sogenannte Hitzschlag. Er entsteht, wenn der Körper seine Temperatur nicht mehr ausreichend regulieren kann und die Körpertemperatur auf über 40 Grad Celsius ansteigt. Dafür muss eine Person nicht zwangsläufig direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt gewesen sein. Verschlimmern sich die Symptome – etwa durch Bewusstseinsstörungen, Bewusstlosigkeit, Erbrechen oder eine extrem hohe Körpertemperatur –, sollte umgehend der Notruf 112 gewählt werden. Eine starke Überhitzung kann lebenswichtige Organe wie Gehirn, Herz, Nieren und Leber schädigen und im schlimmsten Fall tödlich enden. Inzwischen sollte man versuchen den Körper abzukühlen und den Betroffenen in eine stabile Seitenlage zu bringen, sowie die Atemwege freizuhalten.

Muss ich helfen?

Das luxemburgische Strafgesetzbuch verpflichtet zur Hilfeleistung in Notsituationen. Wer einer Person in Lebensgefahr oder großer Not bewusst nicht hilft, obwohl dies ohne erhebliche Eigengefährdung möglich wäre, kann nach Artikel 410-1 des Code pénal strafrechtlich belangt werden. Das gilt auch bei hitzebedingten Notfällen. Bereits ein Anruf beim Notruf 112 kann Leben retten.

CGDIS verstärkt im Einsatz

Besonders verdient machen sich derzeit die Freiwilligen Helfer der Rettungsdienste. Wie der CGDIS informiert seien landesweit mehr Krankenwagen besetzt als sonst. Die Notfallbesetzung soll noch bis mindestens Ende der Woche greifen. Der CGDIS könne außerdem auf Unterstützung der Croix-Rouge, Luxambulance und der Armee zählen.

Alleine am Vorabend von Nationalfeieertag sind 140 Rettungskräfte in der Hauptstadt im Einsatz. Etliche von ihnen werden deswegen auch am Nationalfeiertag nicht bei der Militärparade dabei sein.

Man fahre derzeit etwa 200 Einsätze am Tag, habe aber eine Steigerung in den letzten Tagen festgestellt, teilt der CGDIS auf Tageblatt-Anfrag mit. Allein Sonntag hätte man 306 Einsätze fahren müssen.

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