Luxemburger Tierfotograf

Känguru und Co.: Australiens Makropoden zeigen Vielfalt in Lebensraum und Größe

Nicht alles, was hüpft und springt, ist auch gleich ein Känguru. Australien beheimatet um die etwa 60 verschiedene Arten in der Familie der Makropoden (Großfüßler), also den „echten Kängurus“.

Östliches graues Riesenkänguru im natürlichen Lebensraum Nordost-Tasmaniens, bedroht durch historische Überjagung

Ein östliches graues Riesenkänguru im Nordosten Tasmaniens. Die Art wurde nach der Kolonisierung Tasmaniens durch exzessives Jagen fast ausgerottet. Foto: Sören Salvatore

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Sören Salvatore vor der Hafenpromenade in Hobart, Tasmanien, seiner neuen Heimat

Sören Salvatore in seiner neuen Heimat Hobart, Tasmanien Foto: Sören Salvatore

Anfang 2023 ist Sören Salvatore, passionierter Ornithologe und Naturfotograf, nach Tasmanien ausgewandert. Hier lebt der Luxemburger in der Stadt Hobart mit seiner kanadischen Partnerin, arbeitet als Wildökologe und führt Vogelbeobachtungs-Touren.

Der Großteil aller Säugetiere in Australien gehört zu den Beuteltieren, den Säugetieren, die im Gegensatz zu den Plazentatieren ihre Jungen schon ganz früh gebären und in einem Beutel großziehen. Dazu gehören auch die Familie der Kängurus und ihre dreizehn Gattungen mit insgesamt 61 noch lebenden Arten. Das östliche Graue Riesenkänguru, das Bennett-Wallaby und der Rotbauchfilander sind drei der fünf in Tasmanien vorkommenden Arten von Kängurus.

Die Vertreter der Makropoden beheimaten eine Vielzahl an Lebensräumen, von tropischen Regenwäldern zu trockenen Steppen- und Wüstenregionen des Outbacks als auch zum Teil schneebedeckten Bergregionen. Analog zu unseren Wiederkäuern hat sich auch bei Kängurus ein mehrkammeriger Magen entwickelt, der das Verdauen von Pflanzennahrung erleichtert. In Tasmanien ist die Ausbreitung des Riesenkängurus stark eingeschränkt, während Wallabys und Filander fast überall vorkommen, wo es auch pflanzliche Nahrung gibt. So ist es nicht selten, sie beim Spaziergang im Stadtpark oder im eigenen Garten aufzufinden.

Rotbauchfilander-Mutter mit Joey im Hobart Stadtpark, australisches Beuteltier in natürlicher Umgebung beim Grasen

Im Stadtpark Hobarts grast eine Rotbauchfilander-Mutter mit ihrem Jungen „Joey“, ein australischer Spitzname für Beuteltier-Babys Foto: Sören Salvatore

Ist man nicht in Australien aufgewachsen, ist es einfach, alle hüpfenden Tiere, denen man sowohl im Stadtpark, als auch auf Kuhweiden oder in den abgelegensten wilden Wäldern begegnen kann, als Känguru abzuschreiben. Doch die Artenvielfalt innerhalb der Känguru-Familie ist gewaltig und wird einem gleich bewusst, wenn man sich näher mit ihnen beschäftigt. So kann das östliche Graue Riesenkänguru, Tasmaniens größtes Landlebewesen, über 60 Kilogramm wiegen und bis zu 2,5 Meter groß werden. Dagegen kann der Rotbauchfilander mit seinen bis zu 6,5 Kilogramm und 120 Zentimetern nicht mithalten. Das Bennett-Wallaby liegt irgendwo dazwischen und größere Exemplare werden oft mit kleineren Riesenkängurus verwechselt.

Junges Bennett-Wallaby im trockenen Eukalyptuswald am Stadtrand von Hobart, Tasmanien, in natürlicher Umgebung

Ein junges Bennett-Wallaby im trockenen Eukalyptuswald am Stadtrand von Hobart, Tasmanien Foto: Sören Salvatore

Vor der Kolonisierung Tasmaniens waren Makropoden eine wichtige Nahrungsquelle für tasmanische Aborigines. Um Jagdbestände zu fördern, wurden äußerst strategische Landbewirtschaftungstechniken wie kontrolliertes Abbrennen angewandt. Dadurch wurde das dichte Unterholz verbrannt und das Wachstum frischer Triebe gefördert. Kängurus, Wallabys und Filander zogen in diese Gebiete ein, um sich von den frischen Trieben zu ernähren, und konnten einfacher bejagt werden. Die Technik des kontrollierten Abbrennens wird heute noch eingesetzt, um präventiv gegen Waldbrände vorzugehen, und wird auch von Aborigines als kulturelles Erbe praktiziert.

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