Verkehrsunfälle

29 Menschen sind 2025 auf den Straßen Luxemburgs gestorben

Die Zahl ist wesentlich höher als 2024: Insgesamt sind im vergangenen Jahr 29 Menschen bei Verkehrsunfällen in Luxemburg gestorben. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Unfälle insgesamt stabil geblieben – im Langfristtrend ist sie aber drastisch gestiegen.

Auf der N15 zwischen Feulen und Heiderscheid hat sich 2025 einer der schlimmsten Verkehrsunfälle seit Jahrzehnten ereignet

Auf der N15 zwischen Feulen und Heiderscheid hat sich 2025 einer der schlimmsten Verkehrsunfälle seit Jahrzehnten ereignet Archivfoto: Editpress/Hervé Montaigu

29 Menschen sind 2025 auf den Straßen Luxemburgs bei einem Verkehrsunfall gestorben. Das vermeldete Statec am Freitagvormittag. Gegenüber dem Jahr zuvor ist das ein großer Anstieg: 2024 starben nur 18 Menschen bei Unfällen.

Zwölf Verkehrstote bei Unfällen mit Autos

Die häufigsten tödlichen Unfälle ereigneten sich mit Autos oder Kleintransportern. Zwölf Menschen verloren in dieser Kategorie ihr Leben, sechs mehr als im Jahr 2024. Diese Zahlen umfassen auch den schwersten Unfall in Luxemburg seit Jahrzehnten: Am 1. September 2025 stießen ein Auto und ein Lieferwagen auf der N15 zwischen Heiderscheid und Feulen zusammen, fünf Menschen starben. Inzwischen steht dort ein Streckenradar.

Neun Motorradfahrer haben zudem 2025 ihr Leben im Straßenverkehr verloren, der gleiche Wert wie 2024. Die Zahl der bei Unfällen gestorbenen Fußgänger ist jedoch drastisch gestiegen: Acht Fußgänger sind im vergangenen Jahr im Straßenverkehr ums Leben gekommen. Das ist der höchste Wert seit Jahren – und fünf mehr als 2025.

Männer viel öfter an Unfällen beteiligt

Die Luxemburger Statistikbehörde macht in ihrem Bericht vom Freitag auch auf eine große statistische Auffälligkeit aufmerksam: Männer sind wesentlich häufiger an Unfällen beteiligt als Frauen. Dieser Trend zieht sich durch nahezu alle Kohorten, ist in den Altersstufen 25 bis 34 und 35 bis 44 Jahre aber besonders deutlich ausgeprägt. Hier verursachen Männer fast doppelt so viele Unfälle wie Frauen.

Insgesamt ist die Zahl der Unfälle im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben. 2025 verzeichneten die Behörden 1.126 Unfälle, im Jahr davor waren es 1.136. Die langfristige Entwicklung spricht aber eine andere Sprache. Im Zehn-Jahres-Trend ist die Zahl der Unfälle in einigen Luxemburger Kantonen dramatisch gestiegen. So verzeichnete der Kanton Mersch in den Jahren 2023 bis 2025 78 Prozent mehr Unfälle als in den Jahren 2013 bis 2015. In den Kantonen Diekirch und Redingen ist es im Vergleich zu jeweils 69 Prozent mehr Unfällen gekommen, in Wiltz sind es 67 Prozent mehr und in Remich 64 Prozent.

Problem Alkohol

Auch das Problem Alkohol am Steuer ist auf den Straßen Luxemburgs noch immer präsent: „Bei jedem fünften Unfall wurde bei einem der Beteiligten Alkohol nachgewiesen“, schreibt Statec. Diese Statistik verschiebt sich auf drastische Weise, je später es wird: Bei Unfällen in der Nacht – also zwischen 23 Uhr und 5 Uhr morgens – ist sogar bei jedem zweiten Beteiligten Alkohol im Spiel. Der Höchstwert wird zwischen Mitternacht und 1 Uhr morgens erreicht. Bei zwei Dritteln der Unfälle, die dann geschehen, hat mindestens einer der Beteiligten Alkohol getrunken.

Dennoch ist Alkohol mit einem Anteil von 19 Prozent nur Unfallursache Nummer zwei. Größter Risikofaktor ist das zu schnelle Fahren. Fast ein Viertel der Unfälle passierte 2025, als ein Fahrer zu schnell unterwegs war.

Immer mehr verletzte Kinder

Ein näherer Blick in die ebenfalls aktualisierten Statec-Datentabellen zum Unfallgeschehen offenbart tiefergehende negative Entwicklungen: Im vergangenen Jahr wurden 1.469 Menschen bei Verkehrsunfällen verletzt – so viele wie seit 25 Jahren nicht mehr. Die Zahl der Schwerverletzten war 2025 mit 335 die dritthöchste seit 2003, die der Leichtverletzten die dritthöchste seit 30 Jahren. Seit vier Jahren werden bei Verkehrsunfällen jedes Jahr mehr als 1.400 Menschen verletzt, eine Marke, die seit 2000 nicht mehr überschritten worden war.

Dieser Anstieg spiegelt sich auch bei den Unfällen mit verletzten Kindern (unter 15 Jahren) wider: 83 waren es im vergangenen Jahr, seit 2001 wurden nur 2012 (84) mehr Kinder bei Verkehrsunfällen verletzt. Vor zehn Jahren war ihre Anzahl stark gesunken – zwischen 2016 und 2021 waren durchschnittlich 49 Kinder jährlich betroffen –, seit vier Jahren ist sie wieder am Wachsen: Zwischen 2022 und 2025 wurden durchschnittlich 74 Kinder bei Verkehrsunfällen verletzt.

Dieser Anstieg könnte auf die in den vergangenen Jahren in Mode gekommenen Elektro-Tretroller zurückzuführen sein. Die Anzahl der Unfälle mit E-Rollern hat sich in den vergangenen fünf Jahren (von elf auf 38) mehr als verdreifacht, auch die Unfälle mit Motor- und Fahrrädern haben zugenommen, jedoch weniger stark.

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