Waldbrände

Tausende kehren in Frankreich in Häuser zurück – Spanien spricht von „positiver Nacht“

Das Feuer zerstörte 42.000 Hektar an Frankreichs Atlantikküste – jetzt dürfen 15.000 Menschen zurück. Wie internationale Hilfe und Schneisen im Wald die Region retten sollen.

Feuerwehrleute bekämpfen ein Feuer in der Nähe von Le Las bei Bordeaux

Feuerwehrleute bekämpfen ein Feuer in der Nähe von Le Las bei Bordeaux Foto: Emma Da Silva/AP/dpa

Während ein Großaufgebot an Feuerwehrkräften weiter die großen Waldbrände bei Bordeaux bekämpft, haben rund 15.000 evakuierte Menschen in ihre Häuser zurückkehren können. Es handelt sich um Bewohner von Orten eines Gebiets bei Biscarrosse, in dem die Feuerwehr den Brand am Montag unter Kontrolle bekommen hatte, wie die Präfektur des Departements Landes mitteilte. Im flächenmäßig größeren Brandgebiet des Departements Gironde dehnte sich das Feuer in der Nacht nicht weiter aus. Die Situation dort ist somit seit rund zwei Tagen stabil.

Angesichts einer nach wie vor sehr unvorhersehbaren Lage bleibe die Einsatzbereitschaft aber uneingeschränkt erhalten, teilte die Präfektur in Bordeaux mit. Mit Beginn einer neuen Hitzewelle werde mit einem deutlichen Temperaturanstieg und einem Rückgang der Luftfeuchtigkeit gerechnet. Sport- und Kulturveranstaltungen wurden im gesamten Departement vorläufig untersagt.

Deutsche Hilfe eingetroffen

Im Einsatz sind 2.750 Feuerwehrleute aus ganz Frankreich und einige auch aus anderen europäischen Ländern, 18 Löschflugzeuge, 1.500 Soldaten sowie 1.440 Polizeikräfte. Damit sich das Feuer nicht weiter ausbreiten kann, wurden am Montag an zahlreichen Stellen Schneisen in den Wald gerodet.

Seit Mittwoch wurden mehr als 220.000 Menschen in der Urlaubsregion an der Atlantikküste in Sicherheit gebracht, darunter viele Touristen. Das Feuer hatte sich auf bis zu 15 Kilometern der Großstadt Bordeaux genähert und rund 42.000 Hektar Wald und Buschland zerstört. Das sind 420 Quadratkilometer, eine Fläche größer als die Stadt Köln.

Spanischer Innenminister spricht von „positiver Nacht“

Im Kampf gegen die verheerenden Waldbrände westlich von Madrid hat Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska von einer „positiven Nacht“ gesprochen. „Dank des enormen Einsatzes der Helfer“ konnten Fortschritte bei der Bekämpfung des Feuers erzielt werden, sagte Grande-Marlaska am Dienstag in einem Interview mit dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Dennoch befänden sich die Arbeiten zur Brandbekämpfung „in einer kritischen Phase“.

„Heute können wir etwas beruhigter sein, insbesondere angesichts der Wetterbedingungen, die uns in den kommenden Stunden erwarten“, fügte der Minister hinzu. Ab Mittwoch werden dem Wetterdienst zufolge allerdings wieder steigende Temperaturen und auffrischende Winde erwartet, weshalb sich die Situation dann wieder verschlechtern könnte. Die neue Hitzewelle soll demnach bis Ende der Woche andauern.

Die Präsidentin der Region Madrid, Isabel Díaz Ayuso, äußerte sich ebenfalls optimistisch. Die Lage „bei den Waldbränden bessert sich allmählich“, erklärte sie. „Wir können heute optimistischer sein und mit der Planung der sicheren Rückkehr der Bewohner in mehrere Gemeinden beginnen.“

Mehr als 60.000 Menschen evakuiert

Die EU hatte am Montag erklärt, weitere Flugzeuge zur Brandbekämpfung nach Spanien zu schicken. „Derzeit sind neun Luftfahrzeuge vor Ort im Einsatz, und morgen werden es elf sein – bereitgestellt aus unserer europäischen strategischen Reserve“, hatte EU-Kommissarin Hadja Lahbib der Nachrichtenagentur AFP gesagt.

Nach Angaben des Innenministeriums wurden bislang mehr als 60.000 Menschen vor den Flammen in Sicherheit gebracht, fast die Hälfte von ihnen in der Region um die Hauptstadt Madrid. Seit Jahresbeginn sind demnach bereits 175.000 Hektar Land verbrannt – das ist das Sechsfache der vernichteten Fläche im Vorjahreszeitraum.

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