Zum 80. Jubiläum

Neufassung des Buchs „Der kleine Prinz“ veröffentlicht

Zum 80. Jubiläum erscheint „Der kleine Prinz“ als farbenfrohe Pop-up-Ausgabe. Die Neuinterpretation setzt auf interaktive Elemente und bricht bewusst mit der klassischen Bildsprache des Originals.

Miraphora Mina von MinaLima hält die neue MinaLima-Ausgabe von „Der kleine Prinz“ bei einem Fotoshooting

Die britische Grafikdesignerin Miraphora Mina vom Studio MinaLima posiert während eines Fotoshootings mit der neu erschienenen MinaLima-Ausgabe von „Der kleine Prinz“ Foto: Joel Saget/AFP

Knallbunt und mit Aufklapp-Elementen: So sieht die neue Ausgabe des weltberühmten Buchs „Der kleine Prinz“ aus, die am Donnerstag zum 80. Jahrestag der Veröffentlichung in 22 Sprachen erschienen ist. Es ist die erste Neufassung seit der Veröffentlichung in Frankreich 1946.

„Uns war es wichtig, das Gegenteil von dem zu tun, was alle kennen, und was uns seit 80 Jahren so vertraut geworden ist“, erklären Miraphora Mina und Eduardo Lima, die beiden Gründer des Studios MinaLima, das durch seine Harry-Potter-Illustrationen bekannt geworden ist. Der französische Gallimard-Verlag hatte den in London ansässigen Designern freie Hand bei der neuen Bebilderung gegeben.

Acht interaktive Extras

Anstelle der poetisch anmutenden Zeichnungen mit wenigen Strichen und Pastellfarben treten knallbunte Darstellungen. Der kleine Prinz wird als blonder, sommersprossiger Junge in grasgrüner Hose mit rotem Oberteil und lila Umhang dargestellt. Laut Verlag enthält das Buch „acht interaktive Extras“, darunter eine erblühende Rose, einen ausklappbaren Planeten und eine herausnehmbare Krone.

Solche Neufassungen können „dem Text neuen Glanz verleihen“, meint der Verlagsleiter Antoine Gallimard. „Der kleine Prinz“ ist nach der Bibel das am meisten übersetzte Buch weltweilt. Es wurde bislang in rund 650 Sprachen und Dialekte übersetzt.

Werk entstand 1942 im Exil

Der französische Schriftsteller und Pilot Saint-Exupéry verfasste das poetisch-philosophische Werk 1942 im Exil in New York. Das Buch erschien, als der Autor Saint-Exupéry bereits seit zwei Jahren tot war. Er war 1944 bei einem Aufklärungsflug über dem Mittelmeer ums Leben gekommen. Erst 1998 fand ein Fischer aus Marseille sein Silberarmband, zwei Jahre später konnte das Wrack seines Flugzeugs aus dem Meer geborgen werden.

Bis heute ist „Der kleine Prinz“ ein riesiger kommerzieller Erfolg, der Filme, Produkte aller Art, einen Themenpark im Elsass und eine Dauerausstellung in Südkorea umfasst. Es gebe aber keine Lizenz für Projekte, die mit dem Geist des Textes unvereinbar seien, versichert Thomas Rivière, ein Urgroßneffe des Schriftstellers.

0 Kommentare
Das könnte Sie auch interessieren