Wirtschaft
Iran-Krieg treibt die Preise für Gas und Öl in die Höhe
Der von den USA und Israel Ende Februar begonnene Krieg gegen den Iran wirkt sich massiv auf Transportwege und die Energie-Infrastruktur in der Region aus.
Ein Öltanker in Deutschland: Bereits im März war der Ölpreis infolge des Iran-Kriegs auf über 100 Dollar gestiegen Foto: AFP/Ina Fassbender
Der europäische Gaspreis ist nach den neuen gegenseitigen Angriffen der USA und des Iran auf den höchsten Wert seit mehr als dreieinhalb Jahren gestiegen.
Der als Referenz für die Großhandelspreise für Gas geltende Terminkontrakt TTF an der Energiebörse in den Niederlanden legte bis Mittwochnachmittag um mehr als vier Prozent im Vortagsvergleich auf 79,21 Euro zu. Kurzfristig hatte er zuvor die 80-Euro-Marke übersprungen – damit erreichte er den höchsten Stand seit Januar 2023.
Auch die Ölpreise legten am Mittwoch zu. Der Ölpreis für die Nordseesorte Brent sprang am Mittag auf 100,89 Dollar pro Barrel (159 Liter), für die Sorte WTI lag er bei 95,57 Dollar. Bereits im März war der Ölpreis infolge des Iran-Kriegs auf über 100 Dollar gestiegen. Im April erreichte der Brent-Kurs mit rund 117 Dollar pro Barrel seinen bisherigen Jahreshöchststand. Ab Mai sank er wieder und lag seit Ende Juli durchgehend unterhalb von 100 Dollar.
Der von den USA und Israel Ende Februar begonnene Krieg gegen den Iran wirkt sich massiv auf Transportwege und die Energie-Infrastruktur in der Region aus. In dieser Woche beschossen die USA mehrere iranische Öltanker. Der Iran verstärkte daraufhin seine Angriffe auf US-Ziele in der Golfregion und beschoss am Mittwoch nach eigenen Angaben 20 Schiffe bei deren Versuch, die Straße von Hormus zu durchqueren.
Auch der Leitzins dürfte steigen
Die Märkte gehen nun davon aus, dass die für den Transport von Öl und Flüssiggas wichtige Meerenge voraussichtlich für längere Zeit de facto unpassierbar bleiben wird.
Auf Europas Bürger dürfte eine weitere schlechte Nachricht zukommen. Die Europäische Zentralbank (EZB) gibt am Donnerstag bei ihrer auswärtigen Ratssitzung in Berlin ihre neue Leitzinsentscheidung bekannt. Erwartet wird, dass die EZB ihre Zinssätze erneut anheben dürfte, um die durch steigende Energiepreise angefachte Inflation abzuschwächen.
Bei ihrer vorangegangenen Sitzung im Juli hatte die EZB den Einlagenzins auf dem derzeitigen Niveau von 2,25 Prozent belassen, nachdem sie ihn im Juni zum ersten Mal seit September 2023 um 0,25 Punkte angehoben hatte. Allgemein erwartet wird nun ein weiterer Zinsschritt – auch da die Teuerungsrate der Verbraucherpreise in der Eurozone im August mit 3,3 Prozent den höchsten Stand seit fast drei Jahren erreichte. Höhere Zinsen können die Inflation dämpfen, zugleich aber auch die Wirtschaft abkühlen. (AFP)