Europol

Ermittler gehen gegen Terrorpropaganda in Online-Spielen vor

Bei einer europaweiten Aktion gegen terroristische und extremistische Inhalte in Online-Spielwelten haben Ermittler mehr als 9.000 Links gemeldet. Auch Luxemburg beteiligte sich an dem Einsatz.

Europol warnt vor dem zunehmenden Missbrauch von Gaming-Plattformen für extremistische Zwecke

Europol warnt vor dem zunehmenden Missbrauch von Gaming-Plattformen für extremistische Zwecke Foto: Jerry Lampen/anp/dpa

Spezialeinheiten aus 16 Ländern, darunter Luxemburg, sind bei einer gemeinsamen Aktion gegen Terrorpropaganda im Internet vorgegangen. Im Fokus der Aktion standen gewalttätige, extremistische und terroristische Inhalte bei sogenannten Live-Rollenspielen in Videospielen, wie Europol mitteilte.

Einzelpersonen und Gruppen nutzen die Online-Umgebung, um Strukturen, Narrative und Symbole von Terrororganisationen zu verbreiten. Teilweise würden sogar terroristische Anschläge nachgespielt. Nach Angaben von Europol dienen die Aktivitäten aber nicht nur der Verherrlichung extremistischer Inhalte.

Propaganda und Rekrutierung in Videospielen

Gruppierungen nutzten die Rollenspiele auch, um neue Anhänger anzuwerben und junge Leute aufzuhetzen. „Durch die Einbettung terroristischer oder gewalttätig-extremistischer Ideologien in interaktive Spielerlebnisse tragen diese Gemeinschaften zur Radikalisierung bei“, erklärte Europol.

Bei der jüngsten Aktion stießen Ermittler demnach auf mehr als 9.000 Links mit terroristischen und extremistischen Inhalten aus dem jihadistischen, rechts-, links- und anarchistischen Spektrum. Die Beiträge waren laut Europol auf 47 sozialen Netzwerken und Gaming-Plattformen verbreitet worden.

Das Erkennen und Melden solcher Inhalte sei ein wichtiger Baustein im Kampf gegen Terrorpropaganda im Internet, so Europol. Die „EU Internet Referral Unit“ (EUIRU), eine auf das Aufspüren extremistischer und terroristischer Online-Inhalte spezialisierte Europol-Einheit, organisierte den Aktionstag gemeinsam mit Spanien.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Polizeibehörde eine ähnliche Aktion durchgeführt. Europol warnt, dass Gaming-Plattformen zunehmend für Propaganda, Rekrutierung und Radikalisierung missbraucht werden. (tis)

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