Wenn Sound zur Waffe wird
Luxemburg beteiligt sich an bisher größter Europol-Aktion gegen Audio-Propaganda
Luxemburg hat sich an der größten bisher koordinierten Europol-Aktion gegen terroristische Audio-Propaganda beteiligt. Tausende Stunden extremistischer und terroristischer Inhalte wurden auf Online-Plattformen gemeldet und zum Teil bereits entfernt.
Europäische Sicherheitsbehörden wie Europol prüfen online verbreitete Audio-Inhalte auf extremistisches Material Symbolbild: Freepik
Luxemburg hat an einer europaweiten Großaktion unter der Führung von Europol teilgenommen, die gezielt gegen terroristische und extremistische Audioinhalte im Internet vorging. Bei dem bislang größten sogenannten „Referral Action Day“ wurden insgesamt 17.298 Internetadressen mit entsprechender Propaganda auf 40 Plattformen gemeldet.
Nach Angaben von Europol umfassten die Inhalte mehr als 1.100 Stunden Audiomaterial – das entspricht rund 47 Tagen ununterbrochenem Hören. Rund 77 Prozent der gemeldeten Inhalte wurden inzwischen von den Plattformbetreibern entfernt.
Neben Luxemburg beteiligten sich Ermittler aus zwölf weiteren Ländern, darunter Belgien, Deutschland und Spanien. Die Aktion wurde von Ungarn gemeinsam mit der Europol-Einheit „EU Internet Referral Unit“ (EU IRU) initiiert und koordiniert.
Audioformate gewinnen zunehmend an Bedeutung
Im Fokus standen unter anderem Reden von als terroristisch eingestuften Anführern, Lieder zur Verherrlichung von Gewalt sowie sogenannte „Nashids“, islamische Gesänge, die häufig in dschihadistischer Propaganda verwendet werden. Laut Europol gewinnen gerade Audioformate zunehmend an Bedeutung, da sie schwerer zu erkennen und zu moderieren sind als Videos oder Bilder. Zudem würden Musik und Gesänge gezielt eingesetzt, um emotionale Reaktionen hervorzurufen, Gewalt zu verherrlichen und die Identifikation mit extremistischen Gruppen zu stärken.
Die Aktion fand bereits Anfang März statt, nachdem die Inhalte zuvor über Wochen hinweg gesammelt und geprüft worden waren, um laufende Ermittlungen nicht zu gefährden. Europol kündigte an, die Ergebnisse nun in einer strategischen Analyse auszuwerten, um künftige Entwicklungen extremistischer Online-Propaganda besser zu verstehen. (DJ)