US-Kongresswahlen

Das sind die siegreichen Köpfe der Demokraten

Bei den US-Kongresswahlen haben mehrere Demokraten Siege errungen, die künftig eine prägende Rolle in ihrer Partei spielen könnten. Einige von ihnen werden bereits als mögliche Anwärter auf die Präsidentschaftskandidatur 2028 gehandelt.

Die Kongresswahlen waren ein großer Erfolg für die US-Demokraten

Die Kongresswahlen waren ein großer Erfolg für die US-Demokraten Fotos: Erik S. Lesser/AFP, Jae C. Hong/AP/dpa, Ronaldo Schemidt/AFP

Bei den US-Kongresswahlen am Dienstag haben eine Reihe von Demokraten triumphiert, die künftig eine größere Rolle in der Partei spielen könnten. Einige von ihnen symbolisieren den Generationswechsel, den Anhänger nach der verlorenen Präsidentschaftswahl 2024 forderten. Manche werden sogar als mögliche Präsidentschaftsanwärter für 2028 gehandelt:

James Talarico – künftiger US‑Senator für Texas

Dem 37-Jährigen gelang in dem konservativen Südstaat eine politische Sensation: Talarico eroberte für seine Partei in Texas erstmals seit gut drei Jahrzehnten einen der heiß begehrten Sitze im US-Senat in Washington. Seinen Sieg über den Trump-Verbündeten Ken Paxton verglich er mit dem biblischen Kampf von David gegen Goliath. Der Demokrat, der ein protestantisches Priesterseminar besucht hat, warb mit einer Mischung von christlichen Botschaften und Wirtschaftsversprechen gezielt um von Trump enttäuschte Republikaner. Nicht wenige in der Partei halten den um Ausgleich bemühten Talarico für einen idealen Kandidaten für die Präsidentschaftswahl 2028.

Jon Ossoff – US‑Senator aus Georgia

Mit 39 Jahren war Ossoff bisher der Jüngste im Senat in Washington, wo das Durchschnittsalter bei rund 65 Jahren liegt – nun gibt er diesen Titel an Talarico ab. Ossoff ist zudem der erste jüdische Senator in dem Swing State Georgia. Seinen Sitz verteidigte der Harvard-Absolvent und Verleger souverän gegen den von Trump unterstützten republikanischen Kongressabgeordneten Mike Collins. Obwohl Ossoff weiß ist, vergleichen ihn Strategen mit dem früheren Präsidenten Barack Obama – vor allem wegen seiner leidenschaftlichen Ansprachen, für die der telegene Politiker Obamas frühere Redenschreiber-Agentur nutzt. Obwohl ihm einige das nötige Charisma attestieren, bestreitet Ossoff höhere Ambitionen: „Ich habe null Interesse, für die Präsidentschaft zu kandidieren“, sagte er mit Blick auf 2028.

Alexandria Ocasio-Cortez – US‑Abgeordnete aus New York

Sie ist erst 37, aber mit die bekannteste Vertreterin des linken Flügels der Demokraten. Anders als Ossoff liebäugelt die New Yorkerin mit Wurzeln in Puerto Rico schon länger mit einer Präsidentschaftsbewerbung 2028. Vor fast acht Jahren zog sie als damals jüngste Abgeordnete in den Kongress in Washington ein. Sie verteidigte ihr Mandat problemlos gegen ihren republikanischen Gegner Diamant Hysenaj. „AOC“, wie sie sich kurz nennt, ist Social-Media-Star, ihr folgen Millionen von Menschen. Sie kämpft für Umweltschutz und eine linke Sozialpolitik und wirft Israel einen „Genozid“ im Gazastreifen vor. Den von Trump mitausgelösten Iran-Krieg ohne Zustimmung des Kongresses nannte sie „eindeutig einen Grund für ein Amtsenthebungsverfahren“.

Abdul Es-Sayed – aussichtsreicher Senator für Michigan

Der 42-jährige El-Sayed hat sich neben Ocasio-Cortez und dem New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani zu einem der führenden Köpfe im linken Lager der Demokraten entwickelt. Der Mediziner hat laut Prognosen gute Chancen, im nördlichen Bundesstaat Michigan einen US-Senatsposten für die Demokraten zu verteidigen, sein Parteigenosse Gary Peters scheidet im Januar mit dann 68 Jahren aus dem Amt. El-Sayed, dessen Familie aus Ägypten stammt, wirbt für ein Ende der US-Hilfen für Israel, eine Krankenversicherung für alle Bürgerinnen und Bürger und die Abschaffung der umstrittenen Einwanderungsbehörde ICE.

Pappas, Hamilton, Brown und Jackson

Im Ostküstenstaat New Hampshire verteidigte der Demokrat Chris Pappas das Senatsmandat für seine Partei gegen den Republikaner John Sununu. Der 46-jährige Pappas ist der erste offen schwule Politiker, der in den Senat in Washington einzieht.

Neben den jüngeren Köpfen setzten sich für die Demokraten auch einige erfahrenere Politiker durch. Der demokratische Priester Adam Hamilton eroberte in der Republikaner-Hochburg Kansas erstmals seit 1932 einen Senatssitz für seine Partei. Der 62-Jährige siegte gegen den republikanischen Amtsinhaber Roger Marshall.

In Ohio setzte sich der frühere demokratische US-Senator Sherrod Brown (73) gegen den bisherigen republikanischen Mandatsträger Jon Husted durch. In Maine im Nordosten der USA gelang dem früheren Holzfäller Troy Jackson (58) ein Überraschungssieg gegen die 73-jährige Republikanerin Susan Collins. Die dienstälteste Republikanerin im Senat gibt ihren Sitz nun nach rund 30 Jahren ab.

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