Rauschgift
Kokain – wie der weiße Tsunami Luxemburg überschwemmt
Die Rauschgiftfunde und Fahndungserfolge der jüngsten Zeit unter anderem in Luxemburg zeigen, wie Europa mehr und mehr zum Ziel internationaler Banden geworden ist. Noch mehr als das mit synthetischen Drogen boomt das Geschäft mit Kokain.
Immer wieder werden neue Rekordmengen des weißen Pulvers sichergestellt. Hier eine Kostprobe. Foto: dpa/Marcus Brandt
Eine routinemäßige Kontrolle in der hauptstädtischen rue du Fort Neipperg. Einer Polizeistreife fällt ein Mann auf, der ein Drogendealer sein könnte. Doch der Verdächtige nimmt Reißaus in Richtung Bahnhof. Seine Flucht dauert nicht lange. Nach kurzer Zeit schnappen ihn die Polizisten. Sie finden mehrere Drogenplomben bei ihm. Außerdem ist den Beamten aufgefallen, dass er etwas verschluckt hat. Wenig später wird er einer Scanner-Untersuchung unterzogen – das Ergebnis ist positiv. Wieder ist der Polizei ein Dealer ins Netz gegangen. Nicht der erste und nicht der letzte in diesem Jahr. Am Morgen wird der Mann dem Untersuchungsrichter vorgeführt.
Was in der Nacht auf den vergangenen Mittwoch in der Hauptstadt geschah, gehört für die Polizei mittlerweile zum Alltag. Dabei ist es nur eine Momentaufnahme. Europa hat eine massive Invasion mit Drogen erfasst, die bis dahin noch nicht gekannte Ausmaße annimmt. Eine gemeinsame Aktion der Polizeien mehrerer Länder gibt Aufschluss darüber. Drogenfahnder in Luxemburg sowie in Belgien, Frankreich und den Niederlanden haben fünf Wochen lang verschärfte Kontrollen durchgeführt. 8.400 Polizisten waren im Rahmen des „Operativen Aktionsplans“ im Einsatz. 273 Verdächtige sind ihnen ins Netz gegangen. Sie fanden unter anderem Haschisch und Marihuana, Heroin und Ketamin sowie MDMA und Amphetamine – und natürlich Kokain.