Cattenom
EDF hat am Wochenende weiteren Reaktorblock vom Netz genommen
Ein weiterer Reaktor in Cattenom steht still. Die Mosel führt nicht mehr genug Wasser, um ihn zu kühlen.
Auf diesem Archivfoto sieht man noch zwei Reaktorblöcke in Arbeit Foto : Editpress/Fabrizio Pizzolante
Der Betreiber EDF hat in der Nacht vom 31. Juli auf den 1. August den Reaktorblock 1 des Atomkraftwerks Cattenom vom Netz genommen. Grund ist der niedrige Wasserstand der Mosel. Damit läuft in Cattenom nur noch ein einziger Reaktor: Block 3 speist weiter Strom ins französische Netz ein. Die Blöcke 2 und 4 stehen seit Wochen wegen geplanter Wartungsarbeiten still.
Das Wetter der vergangenen Wochen habe den Pegel des Flusses sinken lassen, teilt EDF mit. Um die Umweltauflagen einzuhalten, sei Block 1 vorsorglich abgestellt worden. Zwei Umweltauflagen betreffen Flüsse bei Atomkraftwerken direkt: Wird ein Gewässer zu warm, darf das Kraftwerk kein zusätzlich erhitztes Wasser mehr in den Fluss leiten. Die andere Auflage betrifft das Volumen: Führt der Fluss zu wenig Wasser, fehlt die Menge, die die Abwärme verdünnt. In Cattenom ist diesmal die zweite Grenze erreicht: Der Fluss führt zu wenig Wasser. Ein Teil des entnommenen Moselwassers verdampft über den Kühltürmen und kommt gar nicht mehr zurück.
Das Kraftwerk liegt rund neun Kilometer von der luxemburgischen Grenze entfernt. Seine vier Druckwasserreaktoren leisten je etwa 1.300 Megawatt. (hat)