Editorial
Von hier an allein: Vom transatlantischen Westen ist nur noch Europa übrig
Die europäischen Spitzenpolitiker mit Präsident Wolodymyr Selenskyj auf dem Ukraine-Sondergipfel am Sonntag in London Foto: Christophe Ena/Pool AP/dpa
Mehr als drei Tage nach der „Shock and Awe“-Pressekonferenz im Weißen Haus, dieser rechtslibertären Boys-Club-Bully-Runde, versucht die halbe Welt noch immer, die Scherben einer zerschlagenen Beziehung aufzukehren. Als „zwei Mafiosi“ auf „unterstem Niveau“ bezeichnete Luxemburgs Ex-Außenminister Jean Asselborn den US-Präsidenten Trump und dessen Vize Vance am Montagmorgen beim Radiosender 100,7. Eine politische Kultur im Niedergang, kommentierte Kollege Guy Kemp an dieser Stelle völlig richtig. Auch Premier Luc Frieden meldete sich gleich am Wochenende zu Wort – mit Tränen über das zerrüttete transatlantische Verhältnis und einer Beschwörung europäischer Solidarität.