Trump und Vance

„Da sitzen zwei Mafiosi“: Ex-Außenminister Asselborn äußert sich zu Eklat im Weißen Haus

Bei einem Besuch des ukrainischen Präsidenten in den USA kam es zu einem offenen Streit vor versammelter Presse. Was Luxemburgs Ex-Außenminister Jean Asselborn davon hält, hat er am Montagmorgen in einem Interview mit dem Radiosender 100,7 erklärt.

Jean Asselborn

Jean Asselborn Foto: Editpress-Archiv/Fabrizio Pizzolante

Luxemburgs ehemaliger Außenminister Jean Asselborn hat sich am Montagmorgen in einem Interview mit 100,7 zu dem Eklat im Weißen Haus in den USA geäußert. Zur Erinnerung: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj war vor wenigen Tagen in die USA gereist, um dort ein Rohstoff-Abkommen zu unterzeichnen. Dazu kam es jedoch nicht – der US-Präsident Donald Trump und Selenskyj stritten sich vor laufender Kamera, das Treffen wurde abgebrochen und der Deal platzte. 

Asselborn sagt dazu zu Beginn des Interviews: „Da sitzen zwei Mafiosi, Trump und Vance.“ Der Umgang mit dem ukrainischen Präsidenten sei „unterstes Niveau“ gewesen. Trumps Vorwurf an Selenskyj, dieser spiele mit einem dritten Weltkrieg, bezeichnet der Ex-Außenminister als „Frechheit“ und sagt: „Wenn jemand damit spielt, dann ist es Putin.“ Die Frage, ob der offene Streit im Weißen Haus vor der Presse inszeniert gewesen sei, beantwortet Asselborn mit „Ja“. Das auf den Eklat folgende Treffen zwischen Selenskyj und Keir Starmer, Premierminister von Großbritannien, sei ein gutes Signal, sagt der Ex-Minister, da es unter anderem zeige, dass die Unterstützung für die Ukraine über die EU hinaus gehe.

In dem Kontext ging es in dem Interview auch um die Pläne für einen Waffenstillstand in der Ukraine, vorgestellt von Frankreich und Großbritannien. Darauf angesprochen, warum Putin derzeit auf eine Waffenruhe eingehen sollte, erklärt Asselborn, dass der russische Präsident sicherlich „angeschlagener“ sei, als immer erzählt werde. Russlands Wirtschaft gehe es nicht gut und – falls diese Informationen wahr seien – habe Russland mehr Verluste, was die Soldaten angehe, als die Ukraine selbst. Außerdem könne er sich vorstellen, dass Putin auch von seinen engsten Verbündeten, beispielsweise China, dazu gedrängt werde, dass dieser Krieg aufhören müsse. (mb)

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