„Es brodelt im Land“

Gewerkschaft FGFC warnt vor gesellschaftlicher Spaltung durch Rentenreform

Luc Friedens Ankündigungen aus seiner Rede zur Lage der Nation sowie eine Pressekonferenz von Sozialministerin Martine Deprez ließen bei den Luxemburgern die Alarmglocken läuten. Die FGFC rät zur Deeskalation der Lage und zu einem konstruktiven Dialog auf Augenhöhe.

Claude Reuter, Präsident der Gewerkschaft des Gemeindepersonals FGFC

Claude Reuter, Präsident der Gewerkschaft des Gemeindepersonals FGFC Foto: Editpress/Alain Rischard

„Es brodelt im Land. Was als politische Reformidee begann, hat sich längst zu einem gesellschaftlichen Brennpunkt entwickelt.“ Mit diesen Worten beginnt die Gewerkschaft des Gemeindepersonals FGFC ihre Pressemitteilung über die von Premierminister Lux Frieden angekündigte Rentenreform. Wie schon so viele Kritiker es getan haben, bemängelt die „Fédération générale de la fonction communale“ die Art und Weise, wie die Pensionsdebatte geführt wurde. Kommunikation per Pressekonferenz könnten keinen sozialen Konsens ersetzen. Denn: „Wer tiefgreifende Veränderungen anstoßen will, muss diejenigen einbeziehen, die sie am meisten betreffen“, heißt es weiter in dem Schreiben.

Die FGFC erinnert zudem an die Jahre 1995, 1998 und 2012, in denen trotz Kritiken und Großdemonstrationen Veränderungen am Rentensystem vorgenommen wurden. Demnach stellt die FGFC fest, dass Widerstand allein nicht reicht, ein konstruktiver Gegenentwurf sei nötig – auch um den sozialen Zusammenhalt Luxemburgs zu sichern. Die Gewerkschaft teilt zudem mit, dass sie weiterhin auf Dialog und Zusammenarbeit setzen wolle und darum auch das Gesprächsangebot der Regierung angenommen habe. Es müsse ein fairer, respektvoller Dialog auf Augenhöhe stattfinden.

Die Gewerkschaftsfront aus OGBL und LCGB kündigten hingegen am vergangenen Freitag auf einer Pressekonferenz an, dass sie künftig weder an den Sozialrunden noch an dem von Sozialministerin Martine Deprez (CSV) angekündigten Rententisch noch am „Comité permanent du travail et de l’emploi“ (CPTE) teilnehmen werden. Die Gewerkschaftsfront will nur im institutionellen Rahmen einer Tripartite an den Tisch mit Regierung und Patronat zurückkehren. (WiR)

0 Kommentare
Das könnte Sie auch interessieren

Internationaler Strafgerichtshof

BCEE-Kontenschließung: Nach der Finanzkommission gibt es Erklärungen – unterschiedliche Meinungen bleiben