Gewerkschaftsfront
Bühne frei für die „Casse sociale“: OGBL und LCGB wollen nur noch innerhalb einer Tripartite verhandeln
OGBL und LCGB ziehen einen Schlussstrich unter die Sozialrunde, den angekündigten Rententisch und das CPTE. Die Gewerkschaftsfront will nur im institutionellen Rahmen einer Tripartite an den Tisch mit Regierung und Patronat zurückkehren.
Wollen einen klaren Rahmen für künftige Gespräche: Patrick Dury (LCGB) und Nora Back (OGBL) Foto: Editpress/Hervé Montaigu
Der Sozialdialog ist in den vergangenen Monaten von einer Krise in die nächste geschlittert. Nun aber scheint ein neuer Tiefpunkt erreicht zu sein. Die Gewerkschaftsfront aus OGBL und LCGB kündigten auf einer Pressekonferenz am Freitag an, dass sie künftig weder an den Sozialrunden noch an dem von Sozialministerin Martine Deprez (CSV) angekündigten Rententisch noch am „Comité permanent du travail et de l’emploi“ (CPTE) teilnehmen werden. Die beiden Gewerkschaftspräsidenten Nora Back und Patrick Dury fordern eine Tripartite, in der alle derzeit diskutierten Fragen zu Kollektivvertragsgesetzgebung, Steuern, Rentenreform, Öffnungszeiten und Liberalisierung der Sonntagarbeitszeit in institutionalisierter Form diskutiert werden. „Wir werden uns nicht mehr auf eine informelle Tasse Kaffee treffen, um nachher wiederholt ohne Resultat dazustehen.“ Demnach soll innerhalb dieser Tripartite ein Gesamtpackage verhandelt wird. „Jetzt muss alles auf den Tisch“, so Back. Und selbst wenn die Regierung der Forderung nachgeben wolle, „die nationale Demo am 28. Juni würden wir nur absagen, wenn alle Probleme anhand eines Tripartite-Abkommens beseitigt wurden“, erklärte Dury.