Medienbericht

Amir Vesali verlässt die LSAP und wechselt als Mitarbeiter zur CSV-Fraktion

Der frühere LSAP-Mitarbeiter Amir Vesali wechselt zur CSV. Dort erhofft sich der ehemalige Präsident des Jugendparlaments mehr politischen Gestaltungsspielraum.

Amir Vesali und LSAP trennen sich, symbolisch Händeschütteln und Weggehen im politischen Kontext

Amir Vesali und die LSAP gehen getrennte Wege Foto: Editpress/Hervé Montaigu

Amir Vesali verlässt die LSAP und wird Mitglied der CSV, wie Radio 100,7 am Mittwochmittag berichtete. Gegenüber dem Tageblatt sagte Vesali, er sehe keine Zukunft für sich in der LSAP. Über die vergangenen Jahre habe er immer wieder versucht, sich einzubringen und „eng Hand unzepaken“, doch von verschiedenen Leuten habe er „Steng an de Wee geluecht“ bekommen. „Es war eine toxische Beziehung“, sagte er. Irgendwann habe er sich gefragt, ob er nur noch bleibe, weil es bequem sei.

Vesali war als „attaché parlementaire“ der LSAP tätig und Co-Präsident der „Jonk Sozialisten“. Als Präsident des Jugendparlaments kam Amir Vesali mit 20 Jahren zur LSAP, bei den Kammerwahlen 2018 wurde er auf der LSAP-Liste Vierter im Nordbezirk. Wenige Monate später setzte er sich auf dem Nationalkongress dafür ein, dass neue, junge Leute in die Regierung kommen. Als Romain Schneider 2022 als Sozialminister zurücktrat, rückte der damals 56-jährige Carlo Weber ins Parlament nach, der bei den Kammerwahlen 700 Stimmen mehr als Vesali erhalten hatte. Im Juli 2023 belegte Amir Vesali bei den Gemeindewahlen in Wiltz nur den zehnten Platz (von 13) auf der LSAP-Liste, vier Monate später stellten die Sozialisten ihn nicht mehr zu den Kammerwahlen im Nordbezirk auf.

Nicht länger warten

Nach Tom Jungens Rückzug als Generalsekretär der LSAP 2024 meldete Vesali Interesse an dem Posten an. Auf dem Nationalkongress in Roodt/Syr verlor er jedoch die Kampfabstimmung gegen Sacha Pulli. Rückblickend sagt er, er hätte „noch zehn Jahre auf ein kommunales Mandat warten können“, doch wenn man immer wieder blockiert werde, müsse man irgendwann eine Entscheidung treffen. Er wolle gestalten und sich engagieren.

Über seinen Wechsel habe er zunächst die Fraktionschefin informiert, danach seien die Abgeordneten ins Bild gesetzt worden, bevor die Sache an die Presse geleakt wurde.

Den möglichen Vorwurf des Opportunismus weist Vesali zurück, er habe nichts von der CSV versprochen bekommen. Opportunistisch wäre es für ihn eher gewesen, einfach zu bleiben. Auf die Frage, warum er nicht zur DP wechsle, sagte Vesali, die DP sei zwar gut im Marketing, er halte die CSV aber für sozialer, „auch wenn sie es vielleicht gerade nicht zeigt“.

Als gelernter Jurist iranischer Abstammung macht Vesali derzeit einen Master in Wirtschaftsstrafrecht mit Fokus auf Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Korruption. Zuletzt war er auch einstimmig von der gesamten Chamber in das CET gewählt worden. Diese Wahl sei „sachlich, nicht dogmatisch“ gewesen, sagte Vesali, wodurch sich auch das Ergebnis erkläre. (hat/wil/ll)

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