Gesundheitspolitik

Die AMMD kündigt ihre Konvention mit der CNS

Die AMMD hat auf ihrer außerordentlichen Generalversammlung am Dienstagabend entschieden, die Konvention mit der nationalen Gesundheitskasse CNS zu kündigen. Das hat das Tageblatt vor Ort erfahren. Der Schritt kommt nicht überraschend – doch seine Folgen könnten weitreichend sein.

Die AMMD kündigt ihre Konvention mit der CNS

Foto: Patrick Seeger/dpa

Die Ärzteschaft in Luxemburg fährt schweres Geschütz auf. Auf der außerordentlichen Generalversammlung erhielt der Vorstand der AMMD das Mandat, die Konvention mit der CNS zu kündigen. Die Kündigungsfrist beträgt zwölf Monate. Sollte nach der Kündigung keine neue Vereinbarung ausgehandelt werden, drohen Patienten höhere Eigenanteile, mehr Bürokratie, weniger Transparenz und womöglich ein Zwei-Klassen-System.

Der Streit zwischen AMMD und CNS hatte sich zuletzt an der sogenannten „valeur lettre-clé“ entzündet – dem Abrechnungsschlüssel für ärztliche Leistungen. Die AMMD forderte eine Erhöhung um 2,68 Prozent, die CNS bot lediglich die Hälfte. Laut CNS-Präsident Christian Oberlé entspräche der angebotene Zuschlag dennoch rund 4.000 Euro zusätzlich pro Arzt – deutlich mehr als bei anderen Tarifpartnern. Doch die Ärzteschaft sieht darin einen symbolischen Affront und verweist auf Berechnungen der IGSS.

Für AMMD-Präsident Chris Roller ist der Streit symptomatisch für tieferliegende Probleme: mangelnder Respekt gegenüber der Ärzteschaft, ein stockender Ausbau der ambulanten Versorgung, ein dysfunktionales digitales System und ein CNS-Verwaltungsrat, in dem laut AMMD Interessenkonflikte bestehen. Die Konvention sei längst keine Partnerschaft auf Augenhöhe mehr, sondern eine „Gängelung“, so Roller.

Für die Patientinnen und Patienten bleibt vorerst vor allem eines: Unsicherheit. 

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