Wohnungsbau
Nach einer kurzen Pause ziehen die Baupreise in Luxemburg wieder an
Nach einem Jahr mit einem nur geringen Preisanstieg sind die Preise im Wohnungsbau in Luxemburg zuletzt wieder am Steigen. Im Jahresvergleich ist es ein Plus von zwei Prozent, wie neue Zahlen von Statec zeigen.
Die Entwicklung der Baupreise hat ein paar turbulente Jahre hinter sich Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
So wie der Wohnungsmarkt an sich, so hat auch die Entwicklung der Baupreise eine turbulente Zeit hinter sich: Mit dem russischen Überfall auf die Ukraine und seinen Folgen für die Verbraucherpreise in Europa war auch die Entwicklung der Baupreise sprichwörtlich durch die Decke gegangen. Innerhalb von zwölf Monaten waren im Oktober 2023 die Preise im Wohnungsbau um satte 15,9 Prozent (verglichen mit dem Vorjahr) in die Höhe geschnellt. Es war die höchste Preissteigerungsrate im Bau seit 1975. Hintergrund waren die höheren Kosten für Energie, für viele Baumaterialien und die Weitergabe dieser Kosten an die Bauträger.
Mit diesem Spuk war es 2024 wieder vorbei: Die Baupreise für Wohngebäude stiegen zwischen Oktober 2023 und Oktober 2024 um nur noch 0,8 Prozent. Es war dies die niedrigste Wachstumsrate der Preise seit der Finanzkrise im Jahr 2009.
Mittlerweile „tendieren die Preise im Wohnungsbau wieder zur Erholung“, schreibt Statec am Mittwoch in einer Pressemeldung. Zwischen Oktober 2024 und Oktober 2025 haben die Preise in dem Bereich um zwei Prozent zugelegt. Die Steigerungsrate bei den Baukosten hat sich damit nach und nach wieder auf ihr normales Niveau eingependelt: In den Jahren vor 2020 lag die jährliche Preissteigerungsrate im Schnitt bei etwa 2,3 Prozent.
Alle Bereiche von Preissteigerungen betroffen
Betroffen von den neuen Preissteigerungen sind dabei alle Bereiche im Wohnungsbauwesen, so die Statistiker weiter: Nach einem Rückgang im Jahr 2024 steigen die Preise für Rohbauarbeiten im Jahr 2025 wieder an. Zwischen Oktober 2024 und Oktober 2025 war es ein Zuwachs von 1,4 Prozent, was hauptsächlich auf den Anstieg der Preise für Maurerarbeiten zurückzuführen ist. Die Preise für Erdarbeiten verzeichnen hingegen einen leichten Rückgang von 0,6 Prozent.
Die Preise für Dacharbeiten derweil verzeichneten in den untersuchten zwölf Monaten einen Anstieg von 3,4 Prozent. Der Preis für Holz, Dämmstoffe und andere Materialien (Dachfenster, Dachziegel usw.) ist hauptsächlich für diesen Trend verantwortlich.
Die Preise für Außenschreinerei stiegen um 3,2 Prozent, während Fassadenarbeiten 1,6 Prozent mehr kosten. In beiden Bereichen sind die Preise in den letzten sechs Monaten dabei weniger schnell gestiegen als zu Beginn des untersuchten Zeitraums.
Die technischen Installationen verzeichneten einen Anstieg von rund 2,7 Prozent. Dazu zählen Sanitäranlagen, Heizungs- und Lüftungsanlagen sowie Elektroinstallationen. Bei den Preisen für den Innenausbau insgesamt wurde ein Anstieg von 1,9 Prozent gemessen.
Der Baupreisindex misst die Preisänderungen im Wohnungsbau, ohne Grundstücke. Er berücksichtigt die Entwicklung der Material- und Arbeitspreise, aber auch Veränderungen in der Produktivität und der Gewinnspanne der Bauunternehmer. Der Index wird zweimal jährlich veröffentlicht: im Januar und im Juli.
Die Krise, in die die Branche durch die höheren Preise und die höheren Kosten für den Wohnungsbau gerutscht ist, war eine wahrhafte Katastrophe für den Sektor. Bisher hat das Schrumpfen der Arbeitsplätze noch kein Ende gefunden – den jüngsten Statec-Zahlen zufolge wurde auch im dritten Quartal 2025 ein Minus verbucht. Seit Ende 2022 sind, saisonbereinigten Zahlen von Statec zufolge, 4.435 Jobs in dem Sektor verschwunden, das sind fast zehn Prozent aller Arbeitsplätze im Bauwesen.

Die Entwicklung des Baupreisindexes von 2010 bis 2025 Quelle: Screenshot/Statec