Nach Luxair-Zwischenfällen

Generalsekretär der Pilotenvereinigung sieht keine Gefahr für Passagiere

Von Wetterbedingungen bis zu Sicherheitsvorschriften: Dirk Becker, Generalsekretär der Pilotenvereinigung ALPL, erklärt im Radio-100,7-Interview, warum die jüngste Häufung von Start- und Landeproblemen bei Luxair kein Grund zur Sorge sind.

Cockpit der Embraer E195-E2 TechEagle mit moderner Avionik und Steuerinstrumenten für Passagierflugzeuge

Das Cockpit einer Embraer E195-E2 TechEagle Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

In den vergangenen Wochen kam es mehrmals zu Zwischenfällen bei Luxair, bei denen Flugzeuge nicht starten oder nicht wie geplant landen konnten. Dirk Becker, Generalsekretär der „Association Luxembourgeoise des Pilotes de Ligne“ (ALPL), äußerte sich am Dienstagmorgen bei Radio 100,7 zu den Vorfällen: Es sei „nichts Besorgniserregendes dabei“ gewesen. Trotz der Häufung an Vorfällen sehe Becker auch „keinen besorgniserregenden Trend“.

Auch, dass die Embraer-Maschine nicht starten konnte, sei nichts Ungewöhnliches gewesen. Der Triebwerkhersteller habe festgestellt, dass unter ganz bestimmten Wetterbedingungen, die nicht sehr häufig vorkommen würden – bei gefrierendem Nebel –, die Triebwerke nicht bedient werden sollten. Daraufhin habe die Zulassungsbehörde entsprechende Anweisungen („Airworthiness Directives“) erlassen, die wiederum für alle Fluggesellschaften, die diesen Typ betreiben, verpflichtend sind. Diese „Airworthiness Directive“ sei erst dieses Jahr erlassen worden, die Embraer-Bestellung von Luxair hingegen liege schon Jahre zurück. Demnach könne man der Fluggesellschaft auch nichts vorwerfen.

Becker erklärt zudem, dass eine vereiste Start- und Landebahn Auswirkungen auf den täglichen Betrieb haben kann. Länder mit härteren Wintern, in denen es regelmäßiger zu Schneefällen kommt, seien auf solche Fälle vorbereitet und haben entsprechende Schneeräumgeräte, um die Start- und Landebahn zu befreien. Da dies in Luxemburg nur äußerst selten vorkomme, sehe man da derzeit keinen Bedarf.

Der ALPL-Generalsekretär zeigt sich erfreut über das rege Interesse der Einwohner Luxemburgs an der Luftfahrt und ihrer nationalen Airline. Es sei eine Luxemburger Eigenart, dass in der Presse und anschließend auch in den sozialen Medien über abgesagte Flüge berichtet wird. Becker bedauert, dass manche Vorfälle dadurch „als ein großes Drama“ wahrgenommen werden. Es würde einfach an fachlichen Hintergrundinformationen fehlen – die übrigens in den Mitteilungen an die Presse nicht mitgeliefert werden. Einiges würde den Menschen gefährlich erscheinen, doch in Wirklichkeit seien es „ganz normale, unspektakuläre Vorfälle“. Sämtliche Piloten würden den gleichen Sicherheitsprozeduren unterliegen und entsprechend handeln. Die Sicherheit der Passagiere und der Flugcrew stehe demnach immer an erster Stelle.

2 Kommentare
Pierre Kerosino 18.02.202618:22 Uhr

Fachlich oder nicht... Es geht um mehr als nur um's "weiter so". Erinnern wir uns an das abgefallene RAD eines Cargo Jumbo Landing GEAR, Jumping auf der Landebahn. An die 8 Kerosinablässe innerhallb 5 Jahren in userer Grenz-Region. Dabei ist die Zahl vor dieser Zeit, wann und wo in der Welt, noch unbekannt. Auch die Zahl die noch kommen wird. Die Luxair Vorfälle sind für Piloten also harmlos, nicht für die Passagiere oder "in spe" mögliche neue Kunden. Die schweigenden Anwohner bekommen auch über andere Medien internationale weitere Vorfälle mit, wissen um das lokale Chaos der heimischen Nachtflüge. Wegem all dem, sowie weiteren Risiken sowie klimabedingte Schäden, hält sich die Idee eines grösseren, neuen oder weiteren Flughafen's - hoffentlich in Grenzen.

Manfred Reinertz Barriera 18.02.202610:50 Uhr

Danke für die Beruhigungspille, nur eine Frage: Weshalb geschieht das alles nicht bei den anderen Fluggesellschaften, die auch am Findel arbeiten ?

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