FLBB-Damen
Zweites Zeitfenster der EM-Qualifikation 2027 beginnt am Mittwoch gegen Irland
Am Mittwoch beginnt für die FLBB-Damen mit dem Heimspiel gegen Irland das zweite Zeitfenster der EM-Qualifikation 2027. Bereits mit einem Sieg könnte das Team um Kapitänin Magaly Meynadier sein Ticket für die nächste Runde sichern. Die wichtigsten Infos zu den kommenden drei Spielen lesen Sie nachfolgend.
Dionne Madjo und Isi Etute beeindruckten im ersten Zeitfenster im November Foto: Editpress/Gerry Schmit
Starkes erste Zeitfenster
Die Qualifikation für die Europameisterschaft 2027 startete für die FLBB-Damen im November mit so einigen Fragezeichen. Für das Team, das im vergangenen Februar die EM-Endrunde bekanntlich denkbar knapp verpasst hatte, begann vor knapp vier Monaten nämlich ein neues Kapitel. Mit Patrick Unger übernahm ein neuer Coach, der zudem nur eine begrenzte Vorbereitungszeit mit dem Team hatte. Hinzu kam einmal mehr eine ganze Reihe an Ausfällen, sodass gerade noch sechs Spielerinnen aus dem Qualifikationszeitfenster von Februar 2025 übrig geblieben waren.
Doch wie so oft in der Vergangenheit zeigten die luxemburgischen Basketballerinnen, dass sie allen Umständen trotzen können. Einmal mehr präsentierte sich das Team als eingeschworene Einheit, in der eine für die andere einsteht. Gleich in der ersten Partie in Irland lieferten sie dann auch eine bemerkenswerte Leistung ab, dominierten den Rebound, und der 69:53-Sieg hätte sogar noch höher ausfallen können.
Auch beim zweiten Auswärtsspiel gegen Israel bewegten sich Meynadier und Co. lange auf Augenhöhe. Am Ende kosteten die vielen Aufholjagden und insgesamt 26 Turnover dann doch zu viel Energie. Den Höhepunkt erlebten die FLBB-Damen im ersten Heimspiel, als sie Bosnien-Herzegowina mit 75:39 dominierten. Es war ein Resultat, wie man es für ein Luxemburger Team nur selten sieht.
In allen drei Partien zeigte das Team jedenfalls eine erstklassige defensive Leistung und kassierte im Schnitt gerade einmal 56 Punkte. Ungewöhnlich war auch die Tatsache, dass sie den Rebound in allen drei Begegnungen deutlich gewannen. Etwas, das man so bisher auch noch nicht gesehen hatte.
Die Leistungsträgerinnen
Neben den beiden Co-Kapitäninnen Magaly Meynadier und Anne Simon, die gesetzt sind und von deren Profierfahrung die Teamkolleginnen allesamt profitieren, stachen im ersten Zeitfenster vor allem die beiden „Teenager“ heraus. Isi Etute und Dionne Madjo hatten ihren Platz in der Starting Five sicher und bedankten sich mit starken Leistungen. Madjo zeigte sich in der Verteidigung bemerkenswert abgebrüht und beeindruckte durch ihre Präsenz unter dem Korb. Die jüngere Etute-Schwester überzeugte derweil durch ihren Zug zum Korb, der die Gegenspielerinnen oftmals alt aussehen ließ. Oft vergessen wird derweil Svenia Nürenberg, die defensiv für die Mannschaft zurzeit unverzichtbar ist. Doch auch die Rotation funktionierte im November hervorragend.
Rückkehrerin
Auch vor dem nun anstehenden Zeitfenster gibt es eine Reihe an Änderungen im FLBB-Kader. Dabei sticht vor allem die Rückkehr von Esmeralda Skrijelj heraus, die beim allerersten Qualifikationserfolg im November 2021 in der Schweiz eine der Leistungsträgerinnen war und auch bei den folgenden Siegen im November 2023 – erneut in der Schweiz und später gegen Bosnien-Herzegowina – nicht aus dem Team wegzudenken war.
Danach fiel sie jedoch der Sterne-Regelung zum Opfer, nach der nur eine „eingebürgerte“ Spielerin eingesetzt werden darf. Den Vorzug erhielt im November 2024 sowie im Februar 2025 die gebürtige US-Amerikanerin Amanda Cahill. Im vergangenen November musste Skrijelj dann verletzungsbedingt passen.
Mit ihrer Spielintelligenz und ihrem Auge für ihre Mitspielerinnen dürfte die Conternerin definitiv ein Zugewinn für das Team sein. Nach ihrer Verletzungspause ist auch Laurie Irthum zurück im Team, die in der Verteidigung wichtige Impulse setzen dürfte. Auch Joy Baum meldet sich nach vielen langwierigen Verletzungen zurück.
Wer fehlt?
Groß war im November die Freude, dass mit Catherine Mreches die etatmäßige Spielmacherin nach ihrer langen Verletzungspause endlich wieder auf dem Parkett stehen und auf Anhieb gute Leistungen zeigen konnte. Vor einem Monat im Pokalfinale brach sie sich jedoch das Handgelenk und fällt ebenso aus wie weitere verletzte Spielerinnen, darunter Charlie Bidinger und Michelle Dittgen. Auch auf die College-Spielerinnen um Ehis Etute kann in diesem Zeitfenster nicht zurückgegriffen werden. Im Vergleich zum letzten Zeitfenster fehlen Kyra Coulon, Alana Krings und Laetitia Schumacher. Neu im Kader sind dagegen KJ Missavage und Julie Nilles.
Die Gegner
Am Mittwoch geht es zum Auftakt gegen Irland, das sich nach der deutlichen Niederlage zu Beginn der Qualifikation gegen Luxemburg deutlich steigerte und Israel bis in die Verlängerung zwang. Besonders im Auge behalten sollte man Sarah Hickey, die in dieser Partie 17 Punkte und neun Rebounds beisteuerte, sowie Claire Melia, die in Spanien spielt und immerhin 1,90 Meter groß ist.
Israel präsentierte sich im Hinspiel als routiniertes Kollektiv, bei dem die Luxemburgerinnen große Probleme mit Daniel Raber hatten, die 21 Punkte erzielte. Doch auch wenn der Samstagsgegner bisher noch kein Spiel verloren hat, hat sich nicht zuletzt gegen Irland gezeigt, dass er nicht unbesiegbar ist.
Bosnien-Herzegowina gleicht derzeit eher einer Wundertüte. Das Team steht nach wie vor auf Rang 29 der Weltrangliste, hielt gegen Israel bis in die Schlussphase gut mit, wurde dann jedoch in Luxemburg klar dominiert. Bereits in der letzten Qualifikation siegten die FLBB-Damen zweimal gegen die Bosnierinnen.
Keine Zuschauer
Die Partie am Samstag gegen Israel wird aus Sicherheitsgründen ohne Zuschauer ausgetragen – eine besondere Situation für die FLBB-Damen, die sich gerade für dieses Spiel, bei dem es um den ersten Tabellenplatz gehen könnte, ein volles Haus erhofft hatten. Immerhin handelt es sich in dieser ersten Runde um das einzige Heimspiel, das an einem Wochenende stattfindet. Mit 18 Uhr wurde die Begegnung zudem auf eine familienfreundliche Zeit gelegt, sodass das Gymnase der Coque sicherlich gut gefüllt gewesen wäre.
Auch wenn die Spielerinnen volles Verständnis für die Entscheidung des Verbandes haben, hätten sie sich zwei Partien in der Coque mit einer Atmosphäre gewünscht, die noch einmal ein paar Extra-Prozent Energie freigesetzt hätte. Dabei ist es nicht das erste Mal, dass die Luxemburgerinnen unter ungewöhnlichen Rahmenbedingungen spielen müssen: Bereits im November 2024 stand das Gymnase der Coque nicht zur Verfügung, sodass das Team für den Doppeltermin gegen Montenegro und die Schweiz in die für die Spielerinnen ungewohnte Arena ausweichen musste.
Hervorragende Ausgangsposition
Mit ihren beiden deutlichen Siegen gegen Irland und Bosnien-Herzegowina haben sich die FLBB-Damen eine ausgezeichnete Ausgangsposition verschafft. Bereits am Mittwoch gegen Irland könnte der Einzug in die nächste Runde perfekt gemacht werden. Voraussetzung dafür wäre ein Sieg von Meynadier und Co., während Israel im parallelen Gruppenspiel gegen Bosnien gewinnt.
Im Überblick
Der Kader:
Joy Baum (BAL Weert/NL), Isi Etute (IMG Academy/USA), Sofie Fuglsang (Herner TC/D), Laurie Irthum (BasCats Heidelberg/D), Liz Irthum (Duchess Klosterneuburg/AUT), Dionne Madjo (Carolo Basket/F), Julie Mangen, KJ Missavage (beide Amicale Steinsel), Magaly Meynadier (Saarlouis Royals/D), Julie Nilles (Musel Pikes), Svenia Nürenberg (T71 Düdelingen), Anne Simon (Magnolia Campobasso/I), Esmeralda Skrijelj (AB Contern); Trainer: Patrick Unger, Assistant-Coach: Liz Schmitz
Das Programm:
EM-Qualifikation, erste Runde:
Gruppe A, am Mittwoch:
14.30: Israel - Bosnien-Herzegowina
19.00: Luxemburg - Irland (in der Coque)
Samstag, 14. März:
18.00: Luxemburg - Israel (ohne Zuschauer)
20.00: Bosnien-Herzegowina - Irland
Dienstag, 17. März:
17.30: Irland - Israel
20.00: Bosnien-Herzegowina - Luxemburg (in Zenica)
Bereits gespielt:
Irland - Luxemburg 53:69
Bosnien-Herzegowina - Israel 91:98
Israel - Luxemburg 77:65
Irland - Bosnien-Herzegowina 94:67
Luxemburg - Bosnien-Herzegowina 75:39
Israel - Irland 93:86 n.V.
Tabelle: 1. Israel 3 Spiele/6 Punkte, 2. Luxemburg 3/5, 3. Irland 3/4, 4. Bosnien-Herzegowina 3/3