Handball
Offener Pokalfight: So blicken die vier Kapitäninnen auf das Final Four
Das Final Four im Damenhandball verspricht große Spannung. Wenn ab Freitag in der Coque um den Pokaltitel gespielt wird, gehen alle vier Teams mit berechtigen Ambitionen ins Rennen. Im Vorfeld hat das Tageblatt mit den Kapitäninnen von Käerjeng, Museldall, Düdelingen und den Red Boys über ihre Erwartungen und die Ausgangslage gesprochen.
Collage: Tageblatt-Grafik/Louis Elsen
Laura Willems (HBD): „Vorfreude, kein Druck“
Laura Willems Foto: Editpress/Gerry Schmit
Dreimal in Folge haben die Düdelingerinnen bereits den Pokal gewonnen – eine Serie, die sie in diesem Jahr nur allzu gerne fortsetzen würden. Auch in der Meisterschaft ist der HBD im Rennen um den Titel: Am vergangenen Wochenende zog die Mannschaft um Kapitänin Laura Willems nach dem entscheidenden dritten Spiel der Halbfinalserie gegen die Red Boys ins Finale ein. Ausgerechnet gegen diesen Gegner geht es nun auch im Pokal. „Die letzten Spiele waren auf Augenhöhe. Dazu kommt, dass der Pokal sowieso seine eigenen Gesetze hat.“ Deswegen sagt die HBD-Kapitänin auch: „Die Favoritenrolle haben wir auf gar keinen Fall.“
Noch im ersten Spiel des Meisterschafts-Halbfinals gab es eine deftige 18:36-Klatsche, dann schaffte man durch zwei knappe Siege (21:20, 26:24) den Finaleinzug. Im ersten Spiel hatte der HBD noch große Probleme mit der 5:1-Deckung der Red Boys. „Wir waren überrascht. Eigentlich haben nur wir dieses System vorher gespielt, jetzt tun Käerjeng und die Red Boys das auch. Wir konnten uns darauf einstellen und dann ging es auch besser.“ Jetzt treffen die beiden Teams in nur etwas mehr als einem Monat zum vierten Mal aufeinander. „Es nervt ein wenig“, gibt Willems zu. „Man macht Sport, um auch mal auf andere zu treffen.“ Druck als Titelverteidiger verspürt Willems im Pokal aber nicht. „Wir wollen natürlich jeden Titel gewinnen, aber wir sind auch realistisch und wissen, dass in diesem Jahr alles möglich ist. Wir verspüren eher Vorfreude als Druck.“
Lola Scheuren (Red Boys): „Jeder muss auf Top-Niveau sein“
Lola Scheuren Foto: Editpress/Fernand Konnen
Bereits zum vierten Mal innerhalb eines Monats treffen die Red-Boys-Damen am Freitag auf den HBD. „Satt haben wir es noch nicht, aber es ist sehr anstrengend, weil es jede Woche ein saueres Match ist“, sagt Lola Scheuren vor dem Final Four. Davor hat ihre Mannschaft bereits in der Best-of-three-Halbfinalserie der Meisterschaft gegen Düdelingen gespielt und am vergangenen Samstag das Entscheidungsspiel knapp verloren (24:26). „Man kennt die gegnerischen Spielerinnen eigentlich auswending – trotzdem kommt es immer auf die Tagesform an“, sagt Scheuren. „Das hat man auch in der Meisterschaft gesehen.“ Das erste Spiel der Serie hatten die Differdingerinnen noch klar mit 36:18 gewonnen.
In der Coque hoffen die Red-Ladies nun, die Tagesform auf ihrer Seite zu haben. Das Aus im Kampf um den Meistertitel gilt es hinter sich zu lassen. „Mental war das natürlich sauer, aber wir haben uns sofort gesagt, dass wir das zur Seite legen müssen und den kompletten Fokus auf den Pokal richten“, so Scheuren. „Wir müssen am Freitag unsere Torchancen besser reinmachen, konzentrierter in der Defensive stehen und einfach besser als Mannschaft zusammenspielen.“ Nachdem die Differdingerinnen vor zwei Jahren erstmals das Final Four erreicht haben, ist der Wunsch nach dem ersten Titel nun groß. „Der Meistertitel ist weg, wir wollen jetzt alles geben, um den Pokal nach Differdingen zu holen. Dafür muss jeder auf einem Top-Niveau sein“, so die 25-Jährige. „Wir wissen, dass es ein sehr weiter Weg ist. Die vier stärksten Mannschaften sind in der Coque. Aber wir wollen uns unbedingt für eine gute Saison belohnen.“
Jenny Zuk (Käerjeng): „Voller Fokus“
Jenny Zuk Foto: Editpress/Fernand Konnen
Es ist schon eine Weile her, dass die Handballerinnen des HB Käerjeng den Pokal in die Höhe stemmen durften. Seit 2022 warten sie auf den nächsten Triumph in der Coque. „Es wird Zeit, dass wir den Pokal wieder mit nach Hause nehmen“, sagt Jenny Zuk vor dem diesjährigen Final Four. „Wir wollen diesmal diejenigen sein, die jubeln.“ Doch die HBK-Kapitänin weiß auch, dass das alles andere als einfach sein wird. „Die Spiele werden eng umkämpft sein. Es ist ziemlich ausgeglichen, jeder kann gewinnen.“
Mit dem Finaleinzug in der Meisterschaft und dem klaren 30:18-Sieg im zweiten Spiel gegen Museldall haben die Käerjengerinnen zuletzt noch einmal großes Selbstvertrauen getankt. Im Pokal-Halbfinale kommt es nun erneut zum Duell mit den Moselanerinnen. „Es hat gutgetan, zu sehen, dass wir so hoch gegen sie gewinnen können“, sagt Zuk. „Aber das gibt uns keine Sicherheit.“ Die bisherigen Duelle in der AXA League verliefen nämlich deutlich enger, zweimal ging Käerjeng sogar als Verlierer vom Platz. „Wir müssen uns deswegen voll fokussieren und dürfen sie keineswegs auf die leichte Schulter nehmen, nur weil wir das letzte Spiel hoch gewonnen haben.“ Gleichzeitig tritt Käerjeng aber auch selbst in der entscheidenden Saisonphase immer stärker auf. „Wir haben eine sehr gute Stimmung im Team; ich glaube, das sieht man auch auf dem Platz. Im Moment macht es einfach Spaß.“
Valérie Mackel (Museldall): „Müssen im Kopf klar sein“
Valérie Mackel Foto: Editpress/Gerry Schmit
Trotz des Halbfinal-Aus in der Meisterschaft und einer doch hohen Niederlage im zweiten Spiel gegen Käerjeng (18:30) gehen die Museldallerinnen mit „guter Energie“ in das Final Four. „Wir hatten ein gutes Gespräch mit dem ganzen Team“, sagt Valérie Mackel. „Wir haben besprochen, was sich nicht wiederholen sollte, und sind in dieser Woche mit einem positiven Gefühl ins Training gestartet. Die Vorfreude auf das Final Four ist riesig, aber es ist auch eine gewisse Anpsannung da.“ Auch wenn es im Meisterschafts-Halbfinale nicht klappte, in der regulären Saison gewann Museldall gleich zweimal gegen Käerjeng. „Wir müssen vor allem im Kopf klar sein“, erklärt Mackel. „Wir brauchen eine bessere Verteidigung und müssen im Kollektiv besser spielen. Uns muss klar sein, dass wir das schaffen wollen und auch können.“
Dass die Museldallerinnen ihre starken Leistungen vom Saisonbeginn in den letzten Wochen nicht bestätigen konnten, liegt laut der Kapitänin vor allem an vielen Personalproblemen. „Ich selbst bin erst im Winter drei Monate ausgefallen, dann noch zwei Monate zu Jahresbeginn. Raissa (Dapina) war bei der WM, Noémie (Hoffmann) konnte aus privaten Gründen nicht immer da sein. Dann haben wir noch zwei Mamas. Das erklärt, warum wir im Training nicht immer vollzählig sind, und das macht viel aus.“ Für das Halbfinale fällt Fabienne Thiry nach einer Operation am Syndesmoseband sicher aus. „Wir haben einige angeschlagenen Spielerinnen“, sagt Mackel. „Aber bei so einem Spiel gilt es, die Wehwechen auszublenden.“
Programm
Final Four der Loterie Nationale Coupe de Luxembourg, Damen:
Halbfinale am Freitag:
18.30: HBD - Red Boys
20.45: Käerjeng - Museldall
Am Sonntag:
18.00: Finale