French Open
Zverev hält dem Favoritendruck stand und greift nach seinem ersten Grand-Slam-Titel
Seit dem Aus von Jannik Sinner gab es bei den French Open nur noch einen Topfavoriten. Alexander Zverev hat dem Druck standgehalten und zog am Freitag ins Finale ein.
Alexander Zverev steht zum zweiten Mal im Endspiel der French Open Foto: AFP/Julien de Rosa
Alexander Zverev ballte nach drei Stunden harter Arbeit nur kurz die Faust, die großen Emotionen brachen auch nach dem nächsten Schritt in Richtung des großen Traums nicht aus ihm heraus: Der Deutsche ist zum zweiten Mal in das Endspiel der French Open gestürmt und greift erneut nach seinem ersten Grand-Slam-Titel. Zverev setzte sich im Halbfinale 7:5, 6:2, 3:6, 6:3 gegen den erst 20 Jahre alten Tschechen Jakub Mensik durch – im 41. Anlauf bei einem der vier großen Turniere soll nun die ewig lange Jagd nach dem Major-Triumph endlich ihr Ende finden.
„Ich wusste, dass es eine schwierige Herausforderung werden würde“, sagte Zverev fast schon sachlich nüchtern, für Partystimmung ist es schließlich noch zu früh: „Ich habe gewonnen, ich bin glücklich.“
Auf Zverev wartet im Kampf um die Coupe des Mousquetaires im Finale am Sonntag nun trotz des frühen Ausscheidens des Weltranglistenersten Jannik Sinner ein Italiener: Gegen Flavio Cobolli oder Matteo Arnaldi, die im zweiten Halbfinale aufeinandertrafen, wird Zverev aber als großer Favorit den Court Philippe-Chatrier betreten – die Chance auf die Erlösung ist riesig.
In seinem fünften Halbfinale von Roland Garros in den vergangenen sechs Jahren zeigte der Weltranglistendritte über weite Strecken einen guten Auftritt, ließ sich nach einer medizinischen Auszeit seines Gegners im dritten Satz aber etwas aus der Ruhe bringen. Doch wie im bisherigen Verlauf des Turniers blieb Zverev konzentriert und brachte das Match erfolgreich zu Ende.
Die Pleitenserie beenden
Vor den Augen der Tennis-Prominenz um Andre Agassi stellte Mensik früh sein variantenreiches Spiel unter Beweis, setzte immer wieder erfolgreich auf Stopps. Zverev behielt aber die Ruhe – und schlug bei seinem ersten eigenen Breakball direkt zum 6:5 zu. Nach etwas mehr als einer Stunde sicherte er sich mit einem Ass Durchgang eins.
In Satz zwei machte Zverev kurzen Prozess, alles deutete auf eine klare Angelegenheit hin. Dann nahm Mensik aber wegen Nackenproblemen seine Auszeit, es kam kurzzeitig doch Spannung auf. Im vierten Satz fand Zverev aber wieder zu seiner Souveränität zurück.
Schon vor zwei Jahren hatte Zverev am Bois de Boulogne vor seinem ersten Titel gestanden, im Finale verlor er aber in fünf Sätzen gegen Carlos Alcaraz – nach 2:1-Satzführung. Seine erste Niederlage in einem Grand-Slam-Endspiel kassierte der 29-Jährige 2020 bei den US Open gegen Dominic Thiem aus Österreich, zudem unterlag er auch 2025 in Melbourne gegen Sinner. In Paris will Zverev die Pleitenserie nun endlich stoppen. (SID)