Formel 1
Ferrari plötzlich Favorit – gelingt Hamiltons erster Sieg?
Ferrari gilt in Monaco als Top-Favorit. Rekordweltmeister Lewis Hamilton hofft auf seinen ersten Sieg in Rot.
Lewis Hamilton hat in Monaco bereits drei Siege gefeiert – den letzten vor sieben Jahren Foto: dpa/David Davies
Mit einem silbernen Ducati-Motorrad erschien Lewis Hamilton im Fahrerlager von Monaco. Lachend unterhielt er sich mit seinem Ingenieur und seinem Teamkollegen Charles Leclerc. Die Szenen machten deutlich: Der Rekordweltmeister hat beste Laune, und wo, wenn nicht auf dem legendären Kurs im Fürstentum, sollte er endlich seinen ersten Sieg für die Scuderia holen?
Die Vorzeichen dafür sind jedenfalls gut. Ob Weltmeister Lando Norris oder der WM-Führende Kimi Antonelli – sie alle erwarten Ferrari-Dominanz in Monaco. Hamilton will sich davon zwar nicht anstecken lassen, aber immerhin räumte er ein, dass Monaco „wahrscheinlich eine Strecke ist, die uns eher liegt als einige der anderen“.
Das klingt arg untertrieben, hat der SF-26 doch ganz eindeutig seine Stärken in engen Kurven und bei niedrigeren Geschwindigkeiten. Da sei „Ferrari deutlich besser als alle anderen Teams“, sagte McLaren-Pilot Norris.
Hamilton und Leclerc wehren sich nicht dagegen, die Eindrücke der ersten fünf Saisonrennen haben eben genau das bestätigt. „Es stimmt, dass wir auf Strecken mit vielen Highspeedpassagen einige Probleme haben“, räumte Leclerc ein. Und da die Strecke in Monaco eben eine der langsamsten ist, „würde ich hier vielleicht sogar auf uns wetten“.
Leclerc: „Liebe dieses Team“
Bislang hat Mercedes diese Saison dominiert, Antonelli gewann viermal, George Russell einmal. Jüngst in Montreal fuhr Hamilton – auch begünstigt durch das Aus von Russell – als Zweiter sein bestes Ergebnis für Ferrari ein. Dennoch sei „Mercedes weiterhin das Team, das es zu schlagen gilt“, sagte Leclerc.
Im Vorfeld seines Heimrennens hatte Leclerc seinen Vertrag bei der Scuderia verlängert. Er habe andere Angebote auf dem Tisch gehabt, sagte er. Laut Medienberichten ist der Monegasse nun mindestens bis zum Ende der Saison 2028 an Ferrari gebunden, und Leclerc selbst träumt weiter vom Weltmeistertitel mit den Roten.
Eine zentrale Figur dabei sei Teamchef Fred Vasseur. „Ich bin fest davon überzeugt, dass er derjenige ist, der Ferrari wieder an die Spitze führen kann“, sagte Leclerc. „Der Saisonstart war gut – natürlich nicht ganz so gut, wie wir es uns gewünscht hätten, da wir die Weltmeisterschaft anstreben.“
Dass er andere Angebote ausgeschlagen habe, habe auch emotionale Gründe. „Weil ich dieses Team liebe und an das Projekt glaube – aus diesen beiden Gründen machen wir gemeinsam weiter“, sagte er. „Wir alle wollen so schnell wie möglich gewinnen und wieder ganz oben stehen.“
Das gilt auch für Hamilton, der in Monaco bislang drei Siege gefeiert hat. Der letzte ist aber bereits sieben Jahre her. „Wir werden mithalten können“, sagte er. (SID)