Radsport
Wenzels lange Flucht wird nicht belohnt
Am Wochenende war eine Reihe von luxemburgischen Rennfahrern bei zwei Etappen- und zwei Eintagesrennen im Einsatz. In Tschechien verbrachte Mats Wenzel (Kern Pharma) 150 von 160 Kilometern in der Fluchtgruppe, wurde kurz vor Schluss aber gestellt.
Mats Wenzel hatte eine gelungene Vuelta-Generalprobe Foto: Editpress/Luis Mangorrinha
Czech Tour (2.Pro): Bereits am Freitag hatte Mats Wenzel im Zielanstieg mit den Besten mitgehalten und den Zielstrich als starker Siebter überquert, lediglich 13 Sekunden hinter Andrew August (USA), dem Mannschaftskollegen von Bob Jungels bei Netcompany Ineos. Der mehrfache Landesmeister erreichte das Ziel als 99. (auf 10:48).
Ein ähnliches Streckenprofil wartete tags darauf auf das Fahrerfeld. Im 13,2 km langen Schlussanstieg erwies sich August erneut als stärkster und konnte seine Führung auf den Italiener Alessandro Fancellu (I/MBH Bank CSB Telekom Fort) und dessen Landsmann Domenico Pozzovivo (Solution Tech Nippo Rali) ausbauen. Wenzel und Jungels belegten die Plätze 39 (auf 2:15) und 88 (auf 10:42).
Auf der vierten Etappe zeigte sich Wenzel in Angriffslaune und konnte sich nach sechs Kilometern, zusammen mit Geoffrey Bouchard (F/TotalEnergies), der in der Zwischenwertung nur anderthalb Minuten zurücklag, und Michal Schuran (CZE/United Shipping) absetzen. Etwas später gesellten sich zwei weitere Fahrer hinzu. Die Fluchtgruppe konnte einen maximalen Vorsprung von 2:15 Minuten herausfahren. Das Peloton reagierte noch rechtzeitig und hatte 5,3 km vor Schluss Wenzel und gleich danach mit Bouchard, auch den letzten Angreifer gestellt. Im Bergaufsprint setzte sich Fancellu vor August durch. Mit seinem zweiten Platz holte sich Letzterer den Gesamtsieg, vor Fancellu und dem 43-jährigen Pozzovivo. Wenzel rollte als 92. (auf 7:56) ins Ziel und schloss seine gelungene Vuelta-Generalprobe als 49. (auf 10:50) ab. Jungels belegte Rang 89. (auf 29:14).
Arctic Tour of Norway (2.Pro): Nach Rang acht, zum Auftakt der viertägigen Rundfahrt, verpasste Mathieu Kockelmann (Lotto Intermarché) die Top 10 auf dem zweiten Streckenabschnitt als Elfter, zeitgleich mit Lokalmatador Erlend Blikra (Uno-X Mobility), nur knapp. Auf der dritten Etappe wurde die Gesamtwertung komplett durchgemischt. Im steilen Zielhang, mit einer durchschnittlichen Neigung von knapp elf Prozent, setzte sich Guillermo Thomas Silva (XDS Astana) durch. Der 24-jährige Athlet aus Uruguay übernahm damit gleichzeitig das Leadertrikot.
Kockelmann wurde am Samstag 48. (auf 2:34) und ging damit als 45. (auf 2:50) auf die 190,5 km lange Abschlussetappe mit Bergankunft in Narvik. Dort gab es den zweiten norwegischen Erfolg durch Cedrik Bakke Christophersen (Unibet Rose Rockets), vor Ludovico Crescioli (I/Polti VisitMalta) und Silva, der seine Führung mit Platz drei souverän verteidigte und die Rundfahrt vor Lennert Van Eetvelt (B/Lotto Intermarché) und Alessandro Pinarello (I/NSN) gewann. Kockelmann wurde am Sonntag 63. (auf 4:13), was in der Endabrechnung Position 53. (auf 7:04) bedeutete.
ADAC Cyclassics Hamburg (1.UWT): Nach 205,3 abwechslungsreichen Kilometern von Buxtehude nach Hamburg gab es einen souveränen Sieg durch Paul Magnier. Der 22-jährige Franzose gewann den Sprint der Spitzengruppe anderthalb Radlängen vor Mike Teunissen (NL/XDS Astana) und Laurence Pithie (NZL/Red Bull-Bora-hansgrohe). Dieser Gruppe gehörte auch Alex Kirsch (Cofidis) an, der in der entscheidenden Phase permanent in den vorderen Positionen zu sehen war. Am Ende erreichte sein Teamkollege Milan Fretin (B) den sechsten Platz, während Kirsch nach getaner Arbeit als 32. ankam, zeitgleich mit Magnier. Bei seinem ersten Einsatz nach einer zweimonatigen Zwangspause war Kevin Geniets gut unterwegs und kam als 49. eine halbe Minute hinter dem Tagessieger an. Luc Wirtgen (Tudor Pro Cycling) wurde 61. (auf 1:03).
Gran Premio Capodarco (I/1.2U): Nach 174,7 km gewann Jan Michal Jackowiak das Eintagesrennen für Espoirs. Der Luxemburger Flavio Astolfi (Aran Cucine Vejus) klassierte sich als guter 19., mit einem Rückstand von 1:52 auf den Polen.
Radprofi Tarling stirbt nach Unfall bei Portugal-Rundfahrt
Der britische Radprofi Finlay Tarling ist bei der Portugal-Rundfahrt tödlich verunglückt. Der Fahrer vom NSN Development Team wurde nur 19 Jahre alt. Nach einem Bericht des portugiesischen Senders RTP, der die Rundfahrt im Fernsehen übertrug, soll Tarling in einen Frontalzusammenstoß mit einem Fahrzeug verwickelt gewesen sein. Demnach sei das Fahrzeug in der Nähe von Arcozelo auf der Gegenfahrbahn unterwegs gewesen und habe nicht zum Renntross gehört.
„Fin war ein sehr geschätztes Mitglied unseres Teams, aber vor allem war er ein Sohn, ein Bruder und für so viele ein Freund. Er wird uns sehr fehlen“, hieß es in einer Nachricht in den sozialen Medien. Sein älterer Bruder Joshua (22) ist Europameister im Einzelzeitfahren 2023, Sieger einer Etappe des Giro d’Italia 2025 sowie auf der Bahn Weltmeister im Punktefahren 2025. (SID)