Radsport
Wenzel ab Mittwoch bei der Tageblatt-Flèche du Sud: Einer der Gejagten
Mats Wenzel geht ab Mittwoch als einer der Favoriten auf eine gute Platzierung bei der Tageblatt-Flèche du Sud (2.1) ins Rennen. Der 23-Jährige, der für die Nationalmannschaft fährt, präsentiert sich in den letzten Rennen in einer guten Form.
Mats Wenzel startet am Mittwoch im roten Trikot der Nationalmannschaft bei der Tageblatt-Flèche du Sud Foto: Editpress/Mélanie Maps
Wenn am Mittwochvormittag gegen 10 Uhr die offizielle Startliste der 75. Tageblatt-Flèche du Sud veröffentlicht wird, werden sicher einige Teams ein Kreuz hinter den Namen von Mats Wenzel machen. Neben den Fahrern des WorldTour-Teams Visma-Lease a Bike geht er immerhin als einer von sieben Profis im Peloton an den Start. „Ich hoffe ja, dass die Teams mich auf dem Zettel haben, das wäre doch ein gutes Zeichen“, schmunzelt Wenzel. „Es soll nicht arrogant klingen, aber ich fahre nach den Jungs von Visma auf dem höchsten Niveau. Dann ist es ja logisch, dass man auf mich schaut.“
So ganz ungewohnt ist es für den 23-Jährigen nicht, die Favoritenrolle zu tragen. Am 12. April gehörte er mit seinem Team Kern Pharma zu den Favoriten bei der Clásica de Pascua – und er lieferte. In Padrón feierte er seinen ersten Profisieg. Seitdem hat Wenzel noch weitere Schritte in seiner Entwicklung gemacht: mit Liège-Bastogne-Liège beendete er kürzlich sein erstes Monument. „Ich habe in der Woche nach dem spanischen Etappenrennen O Gran Camiño (2.1; Wenzel wurde dort Gesamt-16.) gemerkt, dass ich richtig gut in Form bin. Liège war dann eines der härtesten Rennen, an denen ich teilgenommen habe, aber auch eines meiner besten. Das Niveau und das Tempo waren extrem hoch.“
Kein guter Tag im Morbihan
Mit seiner Leistung ist Wenzel insgesamt zufrieden, auch wenn er sich gerne etwas weiter vorne gesehen hätte. Am Ende sprang Platz 47 heraus, 5:33 Minuten hinter Sieger Tadej Pogačar (UAE). „Das Ergebnis spiegelt meine Leistung leider nicht ganz wider. Wenn ich aber sehe, welche Namen in meiner Gruppe ins Ziel gefahren sind, dann bin ich doch ganz zufrieden.“ Unter anderem kamen Axel Laurance (Ineos), Benoît Cosnefroy (Ineos), Daniel Felipe Martínez (Red Bull-Bora-hansgrohe) oder Diego Ulissi (Astana) in derselben Zeit wie Wenzel ins Ziel.
Am vergangenen Samstag sprang er dann noch für erkrankte Teamkollegen beim Grand Prix du Morbihan ein und wurde dort 24. „Ich habe mich gar nicht gut gefühlt“, sagt Wenzel. „Die Beine gingen nicht auf und auch meine Atmung war schwerfälliger. Ich weiß nicht, ob es vielleicht an einer Allergie liegt. Das Rennen war langsam, das war gut für mich. Am Ende denke ich aber, dass ich einfach nur einen schlechten Tag hatte. Es ist sogar ein gutes Zeichen, dass ich 24. wurde, obwohl ich mich schlecht gefühlt habe.“
Rennen auf den Trainingsstraßen
Wenzel geht also mit einer Menge Selbstvertrauen in die Flèche du Sud, die er bestens kennt. 2024 wurde er im Trikot von Lidl-Trek Future Racing Achter im Gesamtklassement. „Ich mache mir gar keine Sorgen, dass ich mich am Samstag nicht gut gefühlt habe. Ich denke, dass es sogar gut war, meinen Körper noch einmal zu fordern.“ Wenzel peilt eine gute Platzierung in der Gesamtwertung an und weiß, dass er dafür auf der Königsetappe am Freitag in Bourscheid sowie auch am Samstag rund um Steinfort vorne dabei sein muss. „Die Straßen rund um Bourscheid sind meine Trainingsstrecke. Auf den Straßen fahre ich jede Woche fast dreimal.“ Wenzel sagt außerdem, dass Bourscheid derzeit die perfekte Länge für ihn habe. Während er in seiner Zeit als Espoir noch längere Anstiege bevorzugte, habe er sich in den vergangenen Monaten immer mehr in Richtung „Puncheur“ entwickelt.
Insgesamt bleibe aber abzuwarten, wie sich das Rennen entwickelt, sagt Wenzel. Der Vize-Landesmeister im Straßenrennen von 2024 hat bereits verschiedene Szenarien im Kopf. „Es ist schwer, das jetzt vorauszusehen, aber sicher ist, dass ein WorldTour-Team dabei ist. Auf Visma wird geschaut werden. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass sie keine Verantwortung übernehmen wollen. Dann wird es chaotisch.“
Im Überblick
Die Etappen der 75. Tageblatt Flèche du Sud 2026:
13. Mai, 1. Etappe: Stadtbredimus - Stadtbredimus (94,0 km)
14. Mai, 2. Etappe: Rümelingen - Rümelingen (150,6 km)
15. Mai, 3. Etappe: Bourscheid - Bourscheid (154,6 km)
16. Mai, 4. Etapp: Steinfort - Steinfort (148,7 km)
17. Mai, 5. Etappe: Esch-Belval - Esch-Belval (167,9 km)
Eine wichtige Rolle im Kampf um die Gesamtwertung spielt dabei auch das Team. Für die luxemburgische Nationalmannschaft starten neben Wenzel noch Charel Meyers, Lennox Papi, Flavio Astolfi, Alex Kerrens und Yannis Lang. „Mit Charel bin ich schon Rennen gefahren und Alex kenne ich auch. Yannis wird von meinem Vater trainiert, aber Flavio und Lennox kenne ich nur vom Namen. Ich habe schon gehört, dass die Jungs sehr motiviert sind, weil einige noch nicht auf diesem Niveau gefahren sind. Ich will ihnen auch helfen, ihnen vielleicht ein paar Tipps geben und sie unterstützen.“