Conference League

Warum drei Luxemburger Schiedsrichter unter Polizeischutz eskortiert werden mussten

Ein Handelfmeter in der Nachspielzeit, aufgebrachte Spieler und heftige Diskussionen: FLF-Schiedsrichter Jérémy Müller sowie seine Assistenten Kevin Stammet und Dani Balsa haben ungewollt Schlagzeilen geschrieben.

Jérémy Müller hatte definitiv schon angenehmere Abende

Jérémy Müller hatte definitiv schon angenehmere Abende Foto: Editpress/Gerry Schmit

Die Equipe nannte es „une erreur de jugement monumentale“ (eine gigantische Fehleinschätzung), Ouest France sprach von einer „boulette monumentale“ (kolossaler Patzer des Verteidigers) und Sport1 von einem „kuriosen Elfmeter“: In den Schlussminuten der Conference-League-Begegnung zwischen Hamrun Spartans (Malta) und NSI Runavik (Färöer) stand plötzlich FLF-Schiedsrichter Jérémy Müller im Mittelpunkt.

Dabei hätte der Handelfmeter, den er den Gästen zusprach, kaum bizarrer sein können: Die Färinger griffen an, einer der Stürmer kratzte den Ball noch von der Grundlinie und lenkte ihn zurück in den Fünfmeterraum. Dort nahm Hamruns Kapitän Emerson die Kugel mit den Händen an – da er davon ausgegangen war, dass der Ball klar im Aus gewesen war.

„Inakzeptabel“

Weder Müller noch die Linienrichter hatten dies signalisiert, weshalb die Geste als Handspiel im Strafraum gewertet wurde. Runavik nutzte die Panne eiskalt aus und zog dank des Treffers zum 2:1 in die zweite Runde des UEFA-Wettbewerbs ein.

Wie zu erwarten war, war der Frust bei den Hausherren groß. TV-Bilder scheinen die Sicht der Malteser zu bekräftigen, dass der Ball vor dem Elfmeterpfiff im Toraus gewesen war, ehe ihn Runaviks Tobias Hestad zurück ins Feld beförderte. „Das ist inakzeptabel“, schimpfte Spartans-Clubchef Marcel Bonnici bei MaltaSport. „Auf diesem Niveau erwartet man eine gute Schiedsrichterleistung.“ Es sei „unglaublich“ gewesen, dass der Linienrichter seine Fahne nicht gehoben habe.

Das Trio musste wegen der Tumulte auf dem Platz schließlich unter Polizeischutz in die Kabinen begleitet werden, wo die Mannschaft des Gegners ebenfalls festsaß, da der Teambus von wütenden Hamrun-Fans umzingelt worden war.

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