Arantia Fels

Vom Nationale-3-Parkett zum Pokaltriumph: Der Felser Weg wird belohnt

Mit dem 87:83-Sieg gegen die Etzella im Pokalendspiel am Samstag schrieben DJ Wilson und Co. ein neues Kapitel in der Vereinsgeschichte der Arantia. Der 7. Februar 2026 wird der Felser Basketball-Familie noch lange in Erinnerung bleiben. Nicht nur Spieler und Trainer, sondern auch die Verantwortlichen hinter den Kulissen konnten sich an diesem Tag für ihre jahrelange Arbeit belohnen.

Vier Arantia-Kapitäne Luc Kirpach, Rui Nunes, DJ Wilson prägen den Weg zum Pokalerfolg im Teamfoto

Vier Arantia-Kapitäne (Luc Kirpach, Rui Nunes, DJ Wilson und Pedro Nunes, v.l.n.r.) die den Weg zum Pokalerfolg geprägt haben Foto: Gabi Besenius

„Bei meinem Spiel mit der B-Mannschaft am Samstag in Préizerdaul wurde ich an unsere Zeit in der Nationale 3 erinnert, als wir vor zehn Zuschauern auf den Tribünen spielten“, erzählt Rui Nunes, der gemeinsam mit seinem Bruder Pedro den Aufstieg des Vereins von der Nationale 3 bis zum langersehnten Titel hautnah miterlebt hat.

„Der eigentliche Startpunkt, der zum heutigen Erfolg geführt hat, war der Aufstieg in die höchste Liga im Jahr 2013. Denn dadurch waren wir erstmals richtig auf der Basketball-Landkarte vertreten. Danach ging es darum, sich Schritt für Schritt vom unteren Mittelfeld nach oben zu arbeiten“, so Pedro, für den der Pokalsieg keine Überraschung, sondern die Konsequenz eines jahrelangen Prozesses ist.

Auch bei seinem jüngeren Bruder war der Glaube an den Erfolg stets vorhanden: „Als ich vor sieben Jahren einen Schlussstrich unter meine Karriere zog und wir den Klassenerhalt schafften, war ich überzeugt, dass das Beste erst kommen würde. Es war klar, dass es ein langsamer Weg sein würde, doch ich war mir sicher, dass wir irgendwann ganz oben ankommen.“

Glückliches Händchen

Nach drei Viertelfinal- und zwei Halbfinalbeteiligungen in der Meisterschaft sowie einem Pokalendspiel 2022 in den vergangenen fünf Jahren, hat der Verein am Samstag endlich den ganz großen Erfolg gefeiert. Gründe dafür gibt es viele. In den letzten Jahren wurde stark in die Jugendarbeit investiert. Edson De Sousa Silva, ein Eigengewächs des Klubs, konnte in dieser Saison sein Können unter Beweis stellen und wurde am Samstag mit dem „Next-Gen MVP-Award“ ausgezeichnet.

„Und es geht weiter. Noé Tibold hat am Samstag zwar noch nicht gespielt, doch bald wird auch er Verantwortung übernehmen. Solche Spieler sind wichtig für den Zusammenhalt und die Identifikation im Verein“, erklärt Rui Nunes.

Hinzu kommt, dass man in den vergangenen Jahren bei der Verpflichtung von Profis mehrfach ein glückliches Händchen bewiesen hat. Rui Nunes, der als Spieleragent arbeitet, steht dem Verein dabei mit Rat und Tat zur Seite: „Ich habe den Vorteil, dass ich mich jeden Tag mit Basketball beschäftige.“ Auch im Bereich der einheimischen Spieler konnten wertvolle Transfers getätigt werden.

Es war klar, dass es ein langsamer Weg sein würde, doch ich war mir sicher, dass wir irgendwann ganz oben ankommen

Rui Nunes

Rui Nunes zufolge ist der Verein zudem auf den Schlüsselpositionen hervorragend besetzt – mit Präsidentin Gaby Hoffmann, die über jahrelange Erfahrung im Jugendbereich verfügt, und Kassierer Vic Diderrich. „Bei einem Verein, der nicht das größte Budget besitzt, muss jeder Schritt gut überlegt sein. Sicherlich sind uns auch Fehler unterlaufen, doch hinter jeder Entscheidung steckt ein Konzept. Wir denken langfristig“, so der jüngere der Nunes-Brüder.

Für Pedro Nunes ist der Titel eine Belohnung für alle, die in dieser Saison am Erfolg mitgewirkt haben – aber auch für die Arbeit, die zuvor geleistet wurde. „Ohne diejenigen, die Fels überhaupt auf die Basketball-Landkarte gebracht haben, wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen. Sogar die Niederlage vor vier Jahren im Endspiel gegen Esch hat uns geholfen, denn sie hat gezeigt, wie man mit einer anderen Mentalität in ein finales Spiel geht.“

Erst der Anfang

Felser Team 1970 mit dem einzigen Titel der Vereinsgeschichte, historische Mannschaftsaufnahme in Vereinskleidung

Das Felser Team aus dem Jahr 1970, das den bisher einzigen Titel der Vereinsgeschichte gewonnen hatte Foto: Editpress-Archiv

Auch für Kapitän DJ Wilson, der in seiner ersten Saison bei der Arantia noch in der Nationale 2 spielte und sich in den vergangenen sieben Jahren mit dem Verein an die Spitze gekämpft hat, gehört dieser Titel nicht nur den Spielern und dem Trainer: „Ich stand mit den Leuten auf dem Platz, die jetzt hinter den Kulissen arbeiten. Rui und Luc (Kirpach) waren meine Kapitäne. Den Felser Weg versuche ich weiterzugeben. Dieser Erfolg ist so besonders, weil eine Linie erkennbar ist – man wirft nicht einfach von heute auf morgen eine Mannschaft zusammen. Es ist schön zu sehen, dass sie noch immer dabei sind und wir den Titel sozusagen gemeinsam schenken konnten.“

Obwohl DJ Wilson kein Felser Eigengewächs ist, ist er – genau wie die Nunes-Brüder – zu einer Identifikationsfigur des Vereins geworden: „Ein Spieler wie DJ Wilson hatte vielleicht im Endspiel nicht den größten direkten Einfluss, doch er ist ultrawichtig für den Verein: Er hat eine Vorbildfunktion, repräsentiert, wofür der Verein steht, und gibt das an die jüngeren Spieler weiter“, unterstreicht Rui Nunes.

Wir sind nicht gekommen, um sofort wieder zu gehen. Wir sind gekommen, um zu bleiben.

Rui Nunes

Für viele Felser war der Pokalgewinn ein besonders emotionaler Moment – so auch für die Nunes-Brüder. „Das kann man eigentlich nicht richtig in Worte fassen“, gesteht Rui Nunes, der 30 Jahre auf diesen Augenblick gewartet hat. „Wir waren glücklich, aber auch erleichtert. Es ist einfach schön zu sehen, was möglich ist, wenn man hart dafür arbeitet und an sich glaubt“, ergänzt sein Bruder Pedro.

In Fels will man sich nach dem gewonnenen Titel jedoch keineswegs zurücklehnen – ganz im Gegenteil. Rui Nunes betont, dass in den vergangenen Jahren eine solide Basis geschaffen wurde, die den Verein in eine vielversprechende Zukunft führen könnte: „Wir sind nicht gekommen, um sofort wieder zu gehen. Wir sind gekommen, um zu bleiben. Ich bin überzeugt: Dies war erst der Anfang.“

Party mit Übernachtung im „Filano“

Für viele Spieler war es der erste Titelgewinn ihrer Karriere – und das musste gebührend gefeiert werden. Die Pokal-Party im „Filano“ dauerte bis in die frühen Morgenstunden. „Rookie“ Lars Bosdijk musste sich dabei sogar von seiner Lockenpracht trennen: Kapitän DJ Wilson griff spät in der Nacht zum Rasierer.

Einige Spieler übernachteten sogar in der Halle. Das Plakat, das den Verlauf der Pokalrunden zeigte und auf dem die Kapitäne der Siegermannschaft das Vereinslogo platziert hatten, hing zwar noch bis in die Morgenstunden in der „Buvette“ – für einige diente es dann jedoch als improvisierte Decke.

Am Sonntag ging die Party sportlich weiter: Ein großer Teil der ersten Mannschaft unterstützte die Felser Cadets in Mersch. DJ Wilson mit Trommel, Vic Heuschling mit dem gewonnenen Pokal als Glücksbringer, und die Youngstars wurden in einer proppenvollen Halle frenetisch angefeuert. Im Pokalhalbfinale setzten sich Lee Brosius und Co. gegen den Black Star durch. Ein rundum perfektes Wochenende für die Arantia.

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