Fußball-Splitter

Sorge um Lucescu, Kritik bei den „Three Lions“ und ein Todesopfer in Mexiko

Acht europäische Mannschaften träumen noch von einer WM-Teilnahme. Am Dienstag werden die vier Play-off-Finals um 20.45 Uhr angepfiffen. Alle anderen Nationen testen quer über den Globus. Der Überblick über die Fußball-Kurznachrichten vom Wochenende.

Mircea Lucescu stabil im Krankenhaus in Bukarest überwacht, medizinische Betreuung und Gesundheitscheck

Lucescu sei stabil, werde aber in einem Krankenhaus in Bukarest überwacht Foto: AFP

Große Sorgen um den ältesten Nationaltrainer der Fußball-Geschichte: Mircea Lucescu (80) ist zwei Tage vor dem Testspiel des rumänischen Nationalteams in der Slowakei mit Herzproblemen in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Rumäniens Verband bemühte sich daraufhin um eine Absage der Partie am Dienstag in Bratislava, nach eigenen Angaben aber ohne Erfolg.

Lucescu habe sich vor dem Training am Sonntag unwohl gefühlt, teilte der Verband mit: „Das rasche Eingreifen des medizinischen Personals ermöglichte es, den Trainer schnell zu stabilisieren.“ Lucescu sei stabil, werde aber in einem Krankenhaus in Bukarest überwacht. Die Spieler seien „von dem Geschehen betroffen“, am Dienstag wird Ionel Gane die Mannschaft betreuen. Lucescu hatte am vergangenen Donnerstag mit 80 Jahren und 240 Tagen beim WM-Playoff-Halbfinale in der Türkei auf der Bank gesessen, damit brach er den Altersrekord von Otto Pfister. Durch das 0:1 platzten aber die Träume von einer WM-Teilnahme.

Genörgel in England: Rund um den WM-Mitfavoriten England herrscht dicke Luft, Trainer Thomas Tuchel sucht die Schuld bei einem deutschen Schiedsrichter. Auf der Insel rumort es ein wenig vor dem Duell mit Japan (Dienstag, 20.45 Uhr), das magere 1:1 der Three Lions mit einer B-Elf gegen Uruguay am Freitagabend hallt weiter nach. Selbst die sonst eher zurückhaltende BBC fragte, ob Tuchel „seine ungewöhnliche Kaderstrategie“ womöglich „noch bereuen“ könnte. Schließlich setzte der Deutsche auf ein Casting, anstatt seiner ersten Garde um Kane die Möglichkeit zu geben, sich auf dem Weg zum ersehnten WM-Titel im Sommer weiter einzuspielen.

Tuchel selbst präsentierte sich nach dem Uruguay-Spiel wenig souverän. Stattdessen knöpfte er sich nach dem Remis durch einen späten Elfmeter den deutschen Schiedsrichter Sven Jablonski vor, der laut Tuchel einen „gebrauchten Tag“ erwischt und „über das gesamte Spiel überhaupt keine gute Leistung“ gezeigt hatte. Das direkte Gespräch suchte Tuchel nicht, „ich will es auch nicht“, sagte er. Für die Stimmung im Land wird das Spiel gegen das „sehr, sehr gute“ Japan nun extrem wichtig, es ist der letzte Test, bevor Tuchel im Mai seinen WM-Kader bekannt gibt.

75 Tage vor WM-Start: 75 Tage vor dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko ist das legendäre Aztekenstadion in Mexiko-Stadt wiedereröffnet worden. Am Austragungsort des Eröffnungsspiels (11. Juni) zwischen dem Co-Gastgeber Mexiko und Südafrika trennten sich die Mexikaner im ersten Spiel nach der fast zweijährigen Stadionrenovierung von Portugal mit einem torlosen Unentschieden. Die Party wurde vom Unfall eines Zuschauers überschattet, der noch vor Anpfiff im Tribünenbereich in den Tod stürzte. Nach Angaben lokaler Sicherheitsbehörden habe „ein betrunkener Fan“ versucht, an der Tribünen-Außenseite von der zweiten in die erste Ebene zu gelangen. Dabei sei er bis ins Erdgeschoss abgestürzt.

Innerhalb des Stadions, in dem 1970 Pelés Brasilianer und 1986 Diego Maradonas Argentinier zum Weltmeister gekrönt wurden und in diesem Sommer fünf WM-Spiele ausgetragen werden, verpassten die Mexikaner trotz lautstarker Unterstützung der eigenen Fans im vierten Länderspiel den vierten Sieg. Die Portugiesen traten zu dem Test ohne den 41 Jahre alten Superstar Cristiano Ronaldo an, der wegen einer Muskelverletzung fehlte.

Das Programm

Play-off-Finals am Dienstag:
Bosnien-Herzegowina - Italien
Schweden - Polen
Kosovo - Türkei
Tschechien - Dänemark (alle 20.45 Uhr)

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