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Warum die Kapverden kein Thema für Christopher Martins waren

Mit 29 Jahren hat Christopher Martins noch große Träume im Fußball: Sich mit Luxemburg für eine Endrunde der Welt- oder Europameisterschaft zu qualifizieren, steht ganz oben auf dieser Liste. Fabio Domingos wählte vor wenigen Tagen sozusagen die Abkürzung und entschied sich gegen die „Roten Löwen“ und für die Kapverden – auch das Land der Vorfahren von Martins.

Christopher Martins in russischer Fußballmannschaft, zufrieden trotz fehlendem Europapokal-Erfolg

Christopher Martins fühlt sich in Russland wohl. Einziges Manko: der Europapokal. Foto: Editpress/Gerry Schmit

Als „komisches Thema“ betitelte Christopher Martins die Akte Domingos. Der 18-Jährige erteilte der FLF eine Absage, nachdem der kapverdische Verband ihn vor wenigen Tagen kontaktiert hatte. „Wir werden hier ausgebildet und erhalten dadurch die Chance, im Ausland auf uns aufmerksam zu machen. Ob Metz oder Paris, wir verdanken es Luxemburg. Nach all dieser Arbeit wegzugehen, ist schade. Gleichzeitig verstehe ich es, da eine Weltmeisterschaftsteilnahme winkt. Es ist kompliziert, aber man muss dankbar sein. Luxemburg hat uns die Karten in die Hand gegeben.“

Klare Worte, die wohl bei einigen Verbandsmitarbeitern wie Balsam für die Seele wirken dürften. Obschon es bei „Kiki“ nie konkrete Annäherungsversuche von den Kapverden gab, kann er nachvollziehen, dass junge Spieler teilweise noch etwas risikofreudigere Entscheidungen treffen. Er selbst hat „nicht mehr so viele Chancen“, sich seinen Traum von einer WM oder EM zu erfüllen. „Ich versuche, so lange wie möglich durchzuhalten. Noch denke ich nicht ans Aufhören.“

„Nie zu entspannt sein“

Man merkt auch heute noch, wie brutal sich das Play-off-Aus 2024 gegen Georgien für diese Generation angefühlt haben muss. „Ob Liga B oder C, das spielt für mich nicht so eine große Rolle, wie einmal bei einer Endrunde dabei zu sein. Allerdings haben wir nichts in der Liga D verloren.“

Womit er nach den vielen Gedanken zur Aktualität zurückkehrte. Der schwerste Teil der Aufgabe würde nämlich erst am Dienstag auf die „Roten Löwen“ warten, meinte der Profi von Spartak Moskau. „Wir befinden uns in einer angenehmen Lage, aber wir müssen konzentriert bleiben und uns sagen, dass noch gar nichts geschafft ist. Das Ziel ist, noch einen Sieg zu feiern.“ Anders als vor zwei Jahren gegen Georgien sieht er die FLF-Auswahl nicht mehr in der Außenseiterrolle. Probleme, damit umzugehen, hat der 29-Jährige nicht. „Ich bin das gewohnt“, scherzte der Profi mit einem Lachen. „Wir übernehmen Verantwortung. Man darf nie zu entspannt an die Sache herangehen.“

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